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Die Frohe Botschaft für Leute von heute



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von Pfarrer Matthias Blaha



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Katholische Morgenfeier am 20.11.2016 / Christkönigs-Sonntag C

High Society

Lk 23,35-43 – Lk 24,36-43.46-47a.48-53

Podcast

Der majestätische Jesus hat dem heutigen Tag seinen Namen gegeben: Den Christkönigs-Sonntag feiert heute die katholische Kirche. Wie war, wie ist Jesus als König? Was macht das Königtum Jesu aus? Und was hat das mit mir zu tun? Um diesen Fragen nachzugehen, will ich ein Musical in Erinnerung rufen, in dem Jesus die Hauptrolle spielt. Es erzählt von den letzten Tagen im Leben Jesu. Angelehnt an das, was in der Bibel steht, und natürlich mit großer künstlerischer Freiheit ausgeschmückt, präsentiert das Musical verschie­dene Einzelpersonen und Gruppierungen, die in Bezug zu Jesus stehen. Sie alle, ob sie Jesus freund­schaftlich oder feindlich begegnen, sehen in Jesus einen Superstar. Von diesem Superstar erhoffen sich seine Freundinnen und Freunde, dass er ihre Sehnsüch­te erfüllt und ihre Interessen vertritt; die Feinde fürchten Jesus als mächtigen Konkurrenten und wollen ihn ausschalten, bevor er zu viel Einfluss erlangt. Pas­send zu diesem Blick auf Jesus als Grundmotiv lautet der Titel des Musicals „Jesus Christ Superstar“.

Derjenige, der darin neben Jesus am häufigsten zur Sprache kommt, ist Judas Iskariot, ein guter Freund von Jesus. Er gehört zu einer Guerillatruppe, die die verhassten römischen Besatzer mit Waffengewalt aus Israel vertreiben will. Mit Begeisterung hat er sich Jesus angeschlossen, weil der für sich beansprucht, der Messias zu sein, also der verheißene Retter Israels. Judas hat gehofft: Als Mes­sias wird Jesus die Römer und deren Handlanger vernichten, die uns Israeliten unterdrücken und uns auspressen bis aufs Blut. Einen angenehmen Nebeneffekt, zum engsten Freundeskreis Jesu zu gehören, sieht Judas darin, dass er selber zur Herrscherklasse, zur High Society des Landes Israel aufsteigen wird, wenn Jesus die bisherige Elite der Besatzer entmachtet und sich selber als König ein­gesetzt hat.

Eineinhalb Jahre ist Judas nun schon mit Jesus unterwegs gewesen, und lang­sam reißt ihm der Geduldsfaden: Bisher war der Messias als Befreier Israels ein Totalausfall, denkt sich Judas; statt die Römer wegzuputzen, wandert er im isra­elischen Hinterland umher und predigt von der Liebe. Wann beginnt Jesus end­lich loszuschlagen? Bald bietet sich dafür die beste Gelegenheit, denn wir befin­den uns kurz vor Jerusalem. Dort, in der Hauptstadt von Israel, wird Jesus auf die Besatzer treffen. Gegenüber denen wird er zeigen müssen, was er draufhat als Messias. Hoffentlich vergibt er seine Chance nicht!

Und so redet Judas dem Jesus eindringlich ins Gewissen; das entsprechende Lied im Musical liefert einen beeindruckenden musikalischen Rahmen, der das ungestüme Temperament des Judas akustisch in Szene setzt. Wenn es jetzt also gleich ein bisschen wild wird, bitte ich Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, sich nicht irritieren zu lassen; die nächsten Lieder werden dann wieder wesentlich ruhiger. Auch die englische Sprache braucht Sie nicht zu stören. Ich werde nachher ein paar zentrale Aussagen des Judas ins Deutsche übersetzen; für jetzt genügt es, mit Hilfe der Musik nachzuspüren, wie verzweifelt Judas angesichts der Lage seines Volkes Israel ist und wie intensiv er Jesus bestürmt, diese Situation zu ändern.

Musik: Lied 1

Jesus, die ganze Zeit war ich deine rechte Hand, betont Judas. Mir gefällt gar nicht, wie sich die Dinge entwickeln: Du hast die Leute für dich, den Messias, begeistert, doch bisher bist du nicht als solcher aufgetreten. Glaub mir, die Leute werden dir wehtun, wenn du sie enttäuschst! Schau dir doch dein Volk an, das unter der Besatzung leidet – hast du vergessen, wie erniedrigt wir sind? Im Lied war gerade zu hören, wie Judas dem Jesus vorwirft: „All your followers are blind / too much heaven on their minds“; auf Deutsch: All deine Freunde, die dir nachfol­gen, sind blind; sie haben zu viel Jenseits im Kopf. Sie träumen von einem bes­seren Leben im Himmel und verlieren dabei den Blick für das, was jetzt um sie herum vorgeht. Ich fürchte, dass wir vernichtet werden – und dabei will ich doch nur, dass wir in Würde leben können!

Die Leute, die Judas erwähnt, setzen ebenfalls auf Jesus als politischen Befreier. Als Jesus Jerusalem betritt, bereiten sie ihm einen triumphalen Empfang, bei dem sie ihn wie ihren neuen König feiern: Sie legen ihm ihre Kleider zu Füßen und jubeln ihm zu, Palmzweige als Zeichen des Sieges in ihren Händen.

Hosanna, hilf uns, Jesus! Komm zu uns, sieh uns an, kämpfe für uns! Hosanna, Jesus, Superstar!

Musik: Lied 2

Dass mit Jesus einer, der sich als Messias bezeichnet, nach Jerusalem kommt, macht die Mitglieder der dortigen High Society nervös: Die Religionsführer befürchten, dass Jesus ihnen ihre Gläubigen abspenstig machen könnte, und die politischen Machthaber wollen einen Volksaufstand verhindern. Beide Gruppen suchen nach Möglichkeiten, Jesus aus dem Weg zu räumen – und finden sie mit Hilfe von Judas.

Denn Judas fasst einen Plan: Wenn ich Jesus den religiösen und politischen Anführern ans Messer liefere, so denkt er sich, bleibt Jesus gar nichts mehr anderes übrig, als endlich loszuschlagen – schon um seine eigene Haut zu ret­ten! Dann wird der Befreiungskampf Fahrt aufnehmen, dann wird sich Jesus als König von Israel outen, dann wird er die Besatzer vernichten. Und so verrät Judas, wo Jesus am besten verhaftet werden kann.

Als dies geschieht, wehrt sich Jesus nicht. Er lässt sich festnehmen, demütigen und foltern, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Die Bevölkerung ist aufge­bracht über diesen Messias, der seinem Job als neuer König Israels nicht nach­kommt, und fordert lautstark für Jesus die Kreuzigung. Da erkennt Judas, dass er völlig falsche Hoffnungen in Jesus gesetzt hat: Als Messias verfolgt Jesus keine militärische Strategie, er wendet keine Gewalt an – auch dann nicht, als er selbst brutales Unrecht erleiden muss.

Ich habe meinen Freund Jesus für meine eigenen Interessen missbraucht und verraten!, stellt Judas entsetzt fest. Mit dieser Schuld kann er nicht mehr weiter­leben und erhängt sich.

Im Musical erscheint der tote Judas kurz darauf dem verurteilten Jesus, als die­ser sein Kreuz zur Hinrichtungsstätte trägt. Judas bittet Jesus um Vergebung, erklärt ihm aber auch, dass er nach wie vor nicht kapiert, was Jesus als Messias eigentlich vorgehabt hat: Bitte, Jesus, versteh mich nicht falsch, aber wer bist du eigentlich? Bist du wirklich der Superstar, für den dich alle halten? Ist dein schändlicher Tod ein Missgeschick, oder hast du auch diesen geplant? Jesus, ich möchte dich endlich richtig kennenlernen!

Musik: Lied 3

Der Traum, die Besatzungsmacht zu besiegen und endlich frei im eigenen Land zu leben, ist für Judas zerplatzt. Seine Hoffnung, als enger Freund des Messias die Befreiung Israels aus nächster Nähe zu erleben, hat sich nicht erfüllt. Statt mit dem König Jesus zur neuen High Society des Landes zu gehören, ist er tot.

Auch Jesus wird bald nicht mehr leben; auf dem Hügel Golgotha, wo er gekreu­zigt wird, gehört er nun zu einer High Society der ganz anderen Art. Davon be­richtet der Evangelist Lukas.

Die Leute standen dabei und schauten zu, wie Jesus gekreuzigt wurde; auch die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Mes­sias Gottes ist. Auch die Soldaten verspotteten Jesus; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!

Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden.

Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.

Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Jesus und mit ihm zwei Schwerkriminelle sind über alle anderen erhöht, aber nicht, damit diese zu ihnen aufschauen – ganz im Gegenteil: Die drei hängen am Kreuz; dies war die schlimmste denkbare Strafe im römischen Reich. Sie war reserviert für die übelsten Verbrecher, und weil der Tod am Kreuz so grausam und vollkommen entwürdigend war, durfte diese Strafe an römischen Staatsbür­gern nicht vollzogen werden. Das Kreuz war der Gipfel der Schande für den, der daran hing, so auch für Jesus und die beiden anderen.

Kurz zuvor hatte Jesus in der Gerichtsverhandlung, in der es für ihn um Leben und Tod ging, noch bekräftigt: „Ich bin ein König.“ Davon ist nun nichts mehr zu sehen: Jesus trägt eine Dornenkrone statt goldenem Kopfschmuck; er ist nicht in edle Stoffe gekleidet, sondern nackt; machtlos hängt er in den Seilen, ihm sind die Hände gebunden, ja sogar angenagelt. Statt Huldigungen erhält Jesus bitte­ren Spott. Ein paar Stunden später ist Jesus tot.

High Society schaut anders aus, zu dieser „gehobenen Gesellschaft“ am Kreuz will niemand gehören.

Musik: Lied 4

Heute, am Christkönigs-Sonntag, das Evangelium von der Hinrichtung Jesu zu hören, ist keine leichte Kost. Wenn ich mir Christus als König vorstelle, kommen mir eher Bilder in den Sinn, die Jesus als Weltenrichter zeigen. Kostbar gekleidet sitzt er auf einem Thron, umgeben von Engeln und Heiligen; Gold und Purpur ist um ihn herum. So ist Jesus als König leichter vorstellbar als am Kreuz hängend.

Wer jedoch am heutigen Christkönigs-Sonntag die Kreuzigungsszene nicht bei­seiteschiebt, sondern sich ihr aussetzt, dem erschließen sich einige interessante Einsichten. Sie geben Aufschluss darüber, wie Jesus seine Rolle als Messias verstanden und auf welche Weise er sein Königtum gesehen hat. Ich habe vier Aspekte gefunden, die nicht nur die Frage des Judas im Musical beantworten: Jesus, wer bist du eigentlich? Ich will dich endlich richtig kennenlernen! Auch mir helfen diese Einsichten, das Wesen Jesu und damit das Handeln Gottes besser zu verstehen.

Ein erster Gedanke hierzu lautet:

Gott übt nie Gewalt aus, auch nicht gegen böse Menschen. Selbst als Jesus unvorstellbares Unrecht erleiden musste, hat er sich nicht gewehrt. Er hätte ohne weiteres tun können, was einer seiner Kreuz-Nachbarn und viele andere gefor­dert hatten, nämlich vom Kreuz hinabsteigen. Doch Jesus hat gewusst: Ich wür­de dann nicht einfach davonspazieren können, sondern ich müsste diejenigen vernichten, die für meine Verurteilung verantwortlich sind, damit ich in Ruhe wei­terleben kann. Doch Jesus wollte niemanden kaputtmachen; Gewalt war ihm zuwider, sie war für Jesus nie die Lösung von Problemen und schon gar kein Weg zu Frieden und Gerechtigkeit. Jesus hat mit seinem Leben eine andere Strategie verfolgt: Er hat auf die Güte gesetzt und hat ausschließlich Heilsames gesagt und getan – auch denen, die ihm Böses wollten. Damit hat Jesus vorge­lebt, wie ein vernünftiges Zusammenleben dauerhaft möglich wird.

Als Messias wollte Jesus die Menschen aus der Spirale der Gewalt retten, indem er sie ermahnt hat: Wenn ihr im Sinne Gottes handeln wollt, dann dürft ihr keine Gewalt anwenden, sondern müsst heilsam sein in dem, was ihr sagt und tut.

Eine zweite Einsicht über das Wesen Jesu steckt im Evangelium dieses Sonn­tags:

Jesus als König hat nie zur gehobenen Gesellschafts-Schicht gehört; im Gegen­teil: Er hat ganz einfach gelebt, er hat sich unter den kleinen Leuten aufgehalten und ihren Alltag geteilt. Diejenigen, die sich für etwas Besseres hielten und die anderen verachteten, hat Jesus deutlich kritisiert.

Mit seinem Verhalten zeigt Jesus: Gott teilt die Menschen nicht in High Society und gemeines Volk ein; für Gott sind alle Menschen gleich viel wert, und Gott interessiert sich für jeden Menschen in gleicher Weise. Wer in der Gesellschaft oben angekommen ist, hat kein Recht, auf andere hinabzuschauen, sondern vielmehr die Verantwortung, für die Schwächeren zu sorgen. Denn vor Gott genießt jeder Mensch dasselbe hohe Ansehen.

Dieser Gedanke führt zur dritten Einsicht, die das Evangelium vermittelt:

Gott setzt sich nicht von den Menschen ab, er setzt sich dem menschlichen Leben aus. Und wenn das Leben im tiefsten Dreck gelandet ist wie eben an der Schande des Kreuzes, setzt Gott sich mit dazu. Dadurch, dass sich Jesus auch in die ungeheuerlichste Demütigung hineinbegibt, macht er jedem Menschen, der dies hören will, ein für allemal klar: Es gibt keine Situation im menschlichen Leben, für die sich Gott zu gut wäre. Auch in den schlimmsten, verfahrensten Lebenslagen ist Gott an der Seite der Menschen zu finden.

Selbst dann kann Gott noch etwas für die Menschen tun. Das ist die vierte Ein­sicht, die sich dann ergibt, wenn man nicht bei der Kreuzigung Jesu stehenbleibt, sondern im Lukasevangelium weiterliest:

Am Abend des Ostertages trat Jesus in die Mitte seiner Jünger und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.

Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen.

Dann sprach er zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen. Ihr seid Zeugen dafür. Und ich werde die Gabe, die mein Vater verheißen hat, zu euch herabsenden. Bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet.

Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wur­de zum Himmel emporgehoben; sie aber fielen vor ihm nieder.

Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück. Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.

Am dritten Tag nach seiner Hinrichtung erscheint Jesus seinen Freundinnen und Freunden. Diese begreifen langsam, aber sicher: Was wir sehen, ist keine Hallu­zination, sondern die Realität! Jesus hat tatsächlich sein Versprechen eingelöst, dass er auferstehen wird. Jetzt steht er lebendig vor uns.

Kurze Zeit später sehen sie Jesus nicht mehr, doch seine Kraft bleibt bei ihnen. Mit dieser Kraft verwandelt Jesus die Trauer seiner Freundinnen und Freunde in unbändige Freude – und in den Mut, an ihre eigene Auferstehung zu glauben.

Durch seine Erscheinung als Auferstandener beglaubigt Jesus das, was er zuvor immer wieder betont hat, selbst dann, als er am Kreuz hing: Jesus hat Macht über den Tod. Damit hat Jesus mehr Macht als jeder andere König, und diese Macht kann er sogar am Kreuz ausspielen. Und so hat er dem Verbrecher neben ihm, der seine Vergehen bereut und Jesus als König erkennt, versprechen können: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ In diesem Satz steckt echte königliche Souveränität: Gott hat die Macht, auch die aussichtslosesten Situationen in etwas Gutes zu verwandeln – sogar den Tod in neues Leben.

Diese Einsichten dürfen Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, auf Ihr eigenes Leben beziehen; Jesus verkündet sie Ihnen vom Kreuz herab als Messias und König:

ð Gott wendet nie Gewalt an, er wird Ihnen nichts Böses tun. Sie sind eingela­den, in seinem Sinne zu handeln und die Güte zum Prinzip Ihres Lebens zu machen.

ð Sie genießen in Gottes Augen dasselbe hohe Ansehen wie jeder andere Mensch. Gott ist in Ihrem Leben anwesend und interessiert sich für Sie. Wie es Ihnen geht, ist Gott nicht egal, sondern betrifft ihn unmittelbar.

ð Auch in den widrigsten Situationen Ihres Lebens bleibt Gott an Ihrer Seite. Er stiehlt sich nicht davon, wenn es unangenehm wird, sondern steht mit Ihnen schwere Zeiten durch. Selbst wenn es Ihnen richtig dreckig geht, sind Sie nicht allein.

ð Solche negativen Lebenslagen wendet Gott auch wieder ins Positive. Dies tut er nicht immer sofort und nicht immer so, wie Sie es sich wünschen würden. Doch er gibt Ihnen auf jeden Fall die Kraft, sich Schwierigkeiten zu stellen, nicht an ihnen kaputtzugehen, sondern daran zu reifen. Wenn Sie Schuld auf sich geladen haben, verzeiht Ihnen Gott, sobald Sie ihn darum bitten. Und früher oder später sorgt Gott dafür, dass wieder Gutes in Ihr Leben einzieht. Endgültig und in perfekter Form werden Sie dieses Gute erhalten und genie­ßen, wenn Sie am Ende Ihres irdischen Weges Gott begegnen und er Ihnen neues Leben schenkt. Gott hat die Macht über den Tod; diese wird er für Sie einsetzen. Und so wird die Auferstehung Jesu auch einmal die Ihre sein.

Dann steht Ihnen die eigentliche High Society offen, die Gesellschaft des Him­mels, die keinen Menschen guten Willens ausschließt: Jesus ist König, und als seine Geschwister gehören Sie für immer zur königlichen Himmelsfamilie.

Musik: Lied 5

Ich will beten:

Jesus, ich danke dir, dass ich dich kennen darf.
Durch dein Leben sehe ich klarer, worauf es ankommt:
Weil du gewaltlos und liebevoll gelebt hast,
will ich ehrlich und beharrlich das Gleiche versuchen.
Weil du mir Ansehen schenkst und dich für mich interessierst,
finde ich Kraft, mich selbst und meine Mitmenschen zu akzeptieren.

Weil du immer und überall bei mir bist,
habe ich bisher den Mut zum Weitergehen nie verloren.
Weil du Macht hast,
vertraue ich darauf, dass sie mein Leben immer wieder zum Guten wenden
und einmal sogar meinen Tod besiegen wird.
Dann werde ich dich, meinen Retter und König,
sehen von Angesicht zu Angesicht und in deiner Liebe geborgen sein
eine ganze Ewigkeit lang.

Und der Segen des machtvoll liebenden Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
komme zu euch und bleibe bei euch allezeit.
Amen.

Musik:

Lied 1: Tim Rice / Andrew Lloyd Webber: Heaven on their minds. CD Jesus Christ Superstar, Track 2. Polydor 1996. Best.-Nr. 533735-2, LC 0309.

Lied 2: Tim Rice / Andrew Lloyd Webber: Hosanna. CD Jesus Christ Superstar, Track 6. Polydor 1996. Best.-Nr. 533735-2, LC 0309.

Lied 3: Tim Rice / Andrew Lloyd Webber: Superstar. CD Jesus Christ Superstar, Track 22. Polydor 1996. Best.-Nr. 533735-2, LC 0309.

Lied 4: Tim Rice / Andrew Lloyd Webber: John nineteen: forty-one. CD Jesus Christ Superstar, Track 24. Polydor 1996. Best.-Nr. 533735-2, LC 0309.

Lied 5: Tim Rice / Andrew Lloyd Webber: The last supper. CD Jesus Christ Superstar, Track 13. Polydor 1996. Best.-Nr. 533735-2, LC 0309.