Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



Meine Predigten

Gottesdienste

Bibel-Projekte

Das bin ich


Kontakt

Impressum

Links

Gedichte


Segensworte


Startseite



Katholische Morgenfeier am 16.11.2014

ARD-Tehmenwoche Toleranz: Mit Paulus im Gespräch

Apg 8,1.3 & 9,1-2 – Gal 2,11-14 – 1 Kor 12,12-14.17-18.21-22.27-28

Podcast

Zwei Atheisten betraten eine Kirche, in der eben die Messe gefeiert und zur Wandlung geläutet wurde. Der eine blieb aufrecht stehen, der andere kniete mit den Betenden nieder. „Wie konntest du knien?“ fragte ihn beim Fortgehen sein Gefährte, „du glaubst ja nicht.“ – „Ich beugte mich vor dem Glauben der ande­ren“, erhielt er zur Antwort.[1]

Liebe Hörerinnen und Hörer, der Toleranz widmet die ARD unter Federführung des Bayerischen Rundfunks derzeit eine ganze Themenwoche mit dem Titel: „Anders als du denkst.“

Toleranz wird allgemein mit „Duldsamkeit“ übersetzt – Duldsamkeit einem ande­ren Menschen gegenüber, der andere Ansichten und Überzeugungen hat. Aller­dings wäre es ein bisschen wenig, wenn die Toleranz sich auf das Dulden und Ertragen von Andersartigkeit beschränken würde. Der Atheist, der sich vor dem Glauben der anderen beugt, verhält sich tolerant, weil er die anderen in ihrem Anders-Sein akzeptiert, respektiert und gelten lässt.

Ist eine so verstandene Toleranz „die Tugend des Mannes, der keine Überzeu­gungen hat“[2], wie der englische Autor Gilbert Keith Chesterton meint? Toleranz also als Beliebigkeit, weil für den Toleranten alles in gleicher Weise in Ordnung und damit gleich-gültig ist? – Der tolerante Atheist zeigt, dass diese Unterstellung nicht stimmt: Er hat sehr wohl einen Standpunkt, weiß aber, dass seine Überzeu­gung nicht die einzig mögliche ist. Viktor Frankl, der bekannte Logotherapeut, bringt auf den Punkt, worum es bei der Toleranz eigentlich geht: „Toleranz besteht nicht darin, dass man die Ansicht eines anderen teilt, sondern nur darin, dass man dem anderen das Recht einräumt, überhaupt anderer Ansicht zu sein.[3]

Als toleranter Mensch anerkenne ich, dass ein anderer Mensch anders ist als ich, dass er anders denkt, dass er andere Überzeugungen und andere Werte seinem Handeln zugrunde legt. Ich muss weder seine Meinungen übernehmen noch für richtig halten, doch ich gebe ihm das Recht, so zu sein, wie er ist. Ich werde ihn deswegen nicht verachten und schon gar nicht vernichten.

Toleranz in diesem Sinn fehlt in manchen Gegenden unserer Erde: Im Irak und in Syrien werden von den Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“ zahl­reiche Menschen vertrieben, gefoltert und getötet, nur weil sie einem anderen Volk angehören oder eine andere Religion haben; gerade die Christen erleben dort derzeit die schlimmen Folgen der Intoleranz. Aber auch bei uns macht Into­leranz viel kaputt: Anschläge auf Synagogen, Pöbeleien und Faustschläge gegen Farbige oder auch Mobbing am Arbeitsplatz belasten Kinder, Jugendliche und Erwachsene in unserem Land.

Aus diesem Grund halte ich es für wichtig, dass sich die ARD in dieser Woche des Themas „Toleranz“ intensiv annimmt.

In dieser Morgenfeier will ich mit Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, darüber nachdenken, welchen Beitrag unser christlicher Glaube zu einem toleranten Ver­halten leisten kann. Dazu habe ich einen kompetenten Gesprächspartner gesucht – und weit entfernt von hier gefunden.

Ich reise ich in das türkische Ephesus, um mich mit meinem christlichen Tole­ranz-Experten unterhalten zu können. Und ich reise in die Vergangenheit, in das Jahr 55 nach Christus. Dort treffe ich einen Mann mittleren Alters namens Paulus in einem kleinen Haus unweit der Synagoge. Paulus hat gerade zwei Briefe geschrieben; der eine geht an die Christen in Galatien im Zentrum Kleinasiens, der andere ist für die christliche Gemeinde im griechischen Korinth bestimmt. Beide Gemeinden hat Paulus wenige Jahre zuvor gegründet, und jetzt muss er ihnen ein paar wichtige Gedanken mitteilen.

Ich betrete das Haus.

Matthias:   Grüß Gott, lieber Paulus! Ich darf dich doch so anreden? Wir sind ja gewissermaßen Kollegen in der kirchlichen Branche…

Paulus:      Selbstverständlich, Matthias. Sei auch du gegrüßt! Was führt dich zu mir?

M:  Ich habe viel von dir gelesen und schätze dich als toleranten Menschen. Du hast ja schon viele Länder, Völker und Kulturen gesehen auf deinen drei Mis­sionsreisen. Ob auf Zypern oder in Syrien, hier in der Türkei oder in Grie­chenland: Du bist den Menschen dort immer mit Respekt begegnet. Zwar hast du einen klaren Standpunkt vertreten, du warst von der Wahrheit des christlichen Glaubens überzeugt. Du hast diesen Glauben aber niemandem aufgezwungen, sondern du hast in deinen Predigten eingeladen, sich mit Jesus und seiner Botschaft zu beschäftigen. Außerdem hast du viel Gutes getan und dadurch die Menschen, die das wollten, für das Christentum inter­essiert. Und wenn jemand kein Interesse hatte, dann hast du das respektiert.
Mich beeindruckt, dass du nicht nur zu den Juden gegangen bist, sondern auch zu den Angehörigen anderer Religionen, den sogenannten „Heiden“. Das hat ja manchen von den Aposteln nicht gepasst; sie wollten darauf bestehen, dass jeder, der Christ wird, zuvor Jude gewesen sein muss wie Jesus oder zumindest die jüdischen Gesetze zu befolgen hat. Du hast gemeint, das könne doch nicht sein, dass ein Nichtjude sich beschneiden las­sen muss, um Christ zu werden, oder dass er komplizierte Reinigungs- und Speisevorschriften befolgt. Gottseidank hast du dich damals durchgesetzt; nur so hat sich das Christentum über die ganze Erde ausbreiten können. Ohne dich und dein Eintreten für die „Heiden“ säße ich jetzt vermutlich nicht als Christ vor dir.
Dein Verhalten, Paulus, zeugt von großer Toleranz den „Anderen“ gegenüber. Das gefällt mir, und deswegen bin ich hier.

P   Es freut mich, dass du dies so siehst. Aber ich will nicht verschweigen, dass ich ganz schön lange Zeit in meinem Leben ziemlich intolerant gewesen bin. Ich war ein religiöser Fanatiker. Die Christen habe ich als eine abtrünnige jüdische Sekte verachtet. Ich wollte sie ausrotten, weil sie sich von meinem jüdischen Glauben abgewandt hatten. Dabei ging ich brutal vor; höre selbst, was Lukas in der Apostelgeschichte über mich schreibt. Übrigens: da werde ich noch Saulus genannt.

Eine schwere Verfolgung brach über die Kirche in Jerusalem herein. Alle wurden in die Gegenden von Judäa und Samarien zerstreut, mit Ausnahme der Apostel. Saulus aber versuchte die Kirche zu vernichten; er drang in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und lieferte sie ins Gefängnis ein.
Saulus wütete [lange] mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger der christlichen Lehre, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen.

P   Auf dem Weg nach Damaskus geschah etwas Unglaubliches: Ein helles Licht vom Himmel blendete mich, und eine Stimme sagte zu mir: „Saul, warum ver­folgst du mich? Ich bin Jesus.“ Jetzt erst merkte ich, wie blind vor Hass ich gewesen war, und als ich dann in Damaskus einen Christen traf, der für mich betete, fiel es wie Schuppen von meinen Augen: Ich soll Jesus und seine Lehre nicht verfolgen, ich soll sie verkündigen! Ab da habe ich klar gesehen: Gewalt gegen Andersdenkende ist falsch. Wenn ich jemandem meine Über­zeugung mitteilen will, dann geht das nur mit Güte, mit Argumenten und im Respekt vor der Meinung des anderen. Und so wurde aus dem Saulus der Paulus, der vor dir sitzt.

M:  Deine Geschichte zeigt, dass es möglich ist, den Weg der Intoleranz und Gewalt zu verlassen. Das macht mir Hoffnung, wenn ich in meine Welt schaue. Damit Intoleranz aber gar nicht erst auftaucht, bitte ich dich, Paulus, um ein paar Tipps aus deiner reichen Erfahrung.

P:  Lass uns eine kurze Pause machen. Dann hole ich die Briefe, die ich gerade fertiggestellt habe.

M:  Paulus, ich sehe, du hältst deinen Brief an die Galater in der Hand. Was steht denn da über Toleranz drin?

P:  Ich erzähle den Christen in Galatien von einer Begegnung, die ich vor einiger Zeit in Syrien hatte. Ein Christ namens Kephas, früher ein Jude, verhielt sich nämlich nur scheinbar tolerant den sogenannten Heiden gegenüber. Höre, was ich geschrieben habe.
Als Kephas nach Antiochia gekommen war, bin ich ihm offen entgegengetre­ten, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte. Bevor nämlich Leute aus dem Kreis um Jakobus eintrafen, pflegte er zusammen mit den Heiden zu essen. Nach ihrer Ankunft aber zog er sich von den Heiden zurück und trennte sich von ihnen, weil er die Beschnittenen fürchtete. Ebenso unaufrichtig wie er verhielten sich die anderen Juden. Als ich aber sah, dass sie von der Wahr­heit des Evangeliums abwichen, sagte ich zu Kephas in Gegenwart aller: Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst, wie kannst du dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben?

M:  Das heißt also: Um tolerant sein zu können, brauche ich eine eigene Über­zeugung – und ich brauche Mut, zu ihr zu stehen. Dem Kephas fehlt diese Überzeugung. Als Christ darf er ohne weiteres mit den Heiden essen, als Jude war ihm das verboten gewesen. Kephas stellt sich mal auf die christli­che, mal auf die jüdische Seite, grad wie es am bequemsten ist. Das ist aber keine Toleranz.
Als toleranter Mensch hätte Kephas zu seiner Überzeugung stehen müssen, die er mit seinem Übertritt zum Christentum gewonnen hatte, dass es nämlich in Ordnung ist, zusammen mit den Heiden am Tisch zu sitzen. Indem er die­sen Mut nicht aufbringt, verrät er seine angebliche Toleranz mit ihnen.
Toleranz ist eben keine Beliebigkeit, keine Feigheit; im Gegenteil: Toleranz setzt einen eigenen Standpunkt voraus und den Mut, zu ihm zu stehen. Mut ist auch nötig, dem anderen das Recht zuzugestehen, eine andere Überzeu­gung zu haben, und dieses Recht gegenüber Intoleranten zu verteidigen. Auch dieser Mut fehlte dem Kephas.
Was hast du, Paulus, denn noch zur Toleranz zu sagen?

P:  In der Gemeinde, die ich in Korinth gegründet habe, herrscht derzeit ungute Stimmung. Viele rührige Christen leben dort. Doch es mangelt ihnen an Ach­tung voreinander: Da ist zum Beispiel ein begabter Prediger, der meint, nur das Predigen sei zur Verkündigung des Glaubens geeignet. Alles andere, wie Kranke heilen, akzeptiert er nicht als Glaubenszeugnis. Eine andere Christin, die auf die Glaubensweitergabe in der Familie und unter Freunden setzt, tole­riert den Prediger nicht. Und so weiter.
In dieser Angelegenheit habe ich den Korinthern geschrieben, sie sollten sich ein Beispiel am menschlichen Körper nehmen; ich hoffe, sie verstehen, was ich mit den folgenden Worten meine.
Wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Glie­dern. Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn? Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht ent­sprach.
Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich bin nicht auf dich angewiesen. Der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht. Im Gegenteil, gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich.
Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.
So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Pro­pheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.

M   Ich glaube, ich verstehe dich, Paulus. Tolerant gegenüber dem, der anders ist und etwas anderes gut kann als ich, werde ich dann, wenn ich erkenne: Der andere ist in seinem Anders-Sein keine Bedrohung, sondern eine Bereiche­rung. Er will ja das Gleiche wie ich – in diesem Fall den christlichen Glauben weiterbringen – nur eben auf andere Weise.
Wenn ich diese Erkenntnis auf meine Zeit übertrage, in der ich lebe, sehe ich: Da gibt es viele Kulturen und Religionen; ein tolerantes Miteinander könnte funktionieren, wenn möglichst alle sich bewusst machen: Wir bilden sozusa­gen einen großen Organismus. Miteinander haben wir den Auftrag, diesen Organismus gesund zu erhalten, also eine Welt zu schaffen, in der alle Men­schen in Würde leben können. Wenn wir, so unterschiedlich wie wir sind, an diesem gemeinsamen Auftrag arbeiten, kommt eine gesunde Welt dabei raus.
Doch dies wird eine Utopie bleiben, solange die eine Kultur meint, sie sei der anderen überlegen, und Vertreter der einen Religion alle Andersgläubigen vernichten wollen. Um in deinem Bild zu bleiben, Paulus: Das ist, wie wenn die Hand am Körper beschließt, alle Körperteile abzuhacken, die nicht Hand sind. Das macht letztlich den ganzen Körper kaputt. Ich habe ein bisschen Angst: Zerstört das, was da gerade im Irak und in Syrien passiert, irgendwann die Menschenwürde auf der ganzen Erde?

P   Umso wichtiger ist, dass dir klar ist: Du bist Teil eines weltweiten Organismus! Du und alle Menschen, die diesen Organismus lebendig erhalten wollen, sol­len und müssen zusammenarbeiten und dabei einander respektieren – Chris­ten und Muslime, Juden und Buddhisten, die Gläubigen anderer Religionen und auch die, die glauben, dass sie nichts glauben.
Ich sage dir aus meiner eigenen Erfahrung: Intolerante und gewalttätige Kräf­te, so viel Unheil sie auch anrichten, haben keinen Bestand. Eure Toleranz hingegen gibt der Menschheit Zukunft.

M   Ich hoffe, dass du Recht behältst. Derzeit müssen Hunderttausende vor der brutalen Intoleranz des sogenannten IS fliehen; viele von ihnen kommen auch nach Deutschland, oft nur mit dem, was sie am Leib tragen. Um diesen Men­schen zu helfen, haben die Verantwortlichen meines Bistums eine kirchliche Schule, die seit ein paar Wochen leerstand, in Rekordzeit zu einer Unterkunft für zweihundert Flüchtlinge umbauen lassen. Hand in Hand mit staatlichen Stellen, mit anderen Glaubensgemeinschaften und sozialen Einrichtungen arbeitet die Diözese Eichstätt für Menschlichkeit und Menschenwürde; dabei erlebe ich die von dir, Paulus, gelebte und verkündete Toleranz in zweierlei Hinsicht: Zum einen das tolerante Miteinander der unterschiedlichen religiö­sen, sozialen und staatlichen Akteure, weil sie das gleiche Ziel vor Augen haben, nämlich den Flüchtlingen ein neues Zuhause zu bieten. Und zum anderen die Toleranz, die unzählige Einzelpersonen den Asylbewerbern ent­gegenbringen: Sie nehmen sie freundlich an als neue Nachbarn, sie bringen ihnen Kleidungsstücke und auch mal ein Fahrrad, sie organisieren auf eigene Faust Kinderbetreuung und Deutschkurse. So fühlen sich die bislang Frem­den nicht nur geduldet, sondern akzeptiert und willkommen.

P   Da seid ihr auf einem guten Weg. Geht ihn mutig weiter. Meinen Segen habt ihr.

M   Danke für deine Zeit, Paulus, und für deine Gedanken.

Toleranz als mutiges Vertreten eines Standpunkts, Toleranz als Respektieren des anderen und Eintreten für dessen Recht, andere Überzeugungen zu haben; Toleranz, weil die gemeinsame Verantwortung für das Wohlergehen der Mensch­heit von vielen verschiedenen Akteuren wahrgenommen wird: Von diesem pau­linischen Toleranz-Verständnis ist ein beeindruckendes Dokument inspiriert, das von Vertretern aller Weltreligionen vor zwölf Jahren unterzeichnet wurde: Der „Dekalog für den Frieden“ zum Abschluss des interreligiösen Friedensgebets, zu dem Papst Johannes Paul II. im Jahr 2002 nach Assisi eingeladen hatte.

Einige Abschnitte dieses Dekalogs stelle ich ans Ende dieser Morgenfeier. Ich lade Sie ein, immer dann, wenn das Wort „wir“ genannt wird, Ihren eigenen Namen einzusetzen.

Wir verpflichten uns, unsere feste Überzeugung kundzutun, dass Gewalt und Terrorismus dem […] Geist der Religion widersprechen. Indem wir jede Gewalt­anwendung und den Krieg im Namen Gottes oder der Religion verurteilen, ver­pflichten wir uns, alles Mögliche zu tun, um die Ursachen des Terrorismus zu beseitigen.

Wir verpflichten uns, die Menschen zu gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Hochachtung zu erziehen, damit sich ein friedliches und solidarisches Zusam­menleben zwischen den Angehörigen unterschiedlicher ethnischer Gruppen, Kul­turen und Religionen verwirklichen lässt. […]

Wir verpflichten uns, das Recht jeder menschlichen Person auf ein würdiges Leben gemäß seiner kulturellen Identität und auf die freie Gründung einer eige­nen Familie zu verteidigen.

Wir verpflichten uns zum aufrichtigen und geduldigen Dialog, indem wir […] erkennen, dass die Begegnung mit dem, was uns von anderen Menschen unter­scheidet, zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen kann.

Wir verpflichten uns, einander die Irrtümer und Vorurteile in Vergangenheit und Gegenwart zu verzeihen […] und aus der Vergangenheit zu lernen, dass Friede ohne Gerechtigkeit kein wahrer Friede ist.

Wir verpflichten uns, an der Seite derer zu stehen, die unter Not und Verlassen­heit leiden, und uns zur Stimme derer zu machen, die selber keine Stimme haben. […]

Wir verpflichten uns, uns den Ruf all jener zu Eigen zu machen, die nicht vor der Gewalt und dem Bösen resignieren. Wir wollen mit all unseren Kräften dazu bei­tragen, der Menschheit unserer Zeit eine wirkliche Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden zu geben. […] [4]

So will ich nun um den Segen Gottes bitten.

Gott segne Sie auf Ihrem ganz persönlichen Weg, den Sie als toleranter Mensch gehen – nach dem Vorbild des heiligen Paulus.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.



[1] nach Marie von Ebner-Eschenbach. Zitiert nach http://www.zitate.de/kategorie/Toleranz

[2] zitiert nach http://www.aphorismen.de/suche?f_thema=Toleranz

[3] zitiert nach http://www.aphorismen.de/suche?f_thema=Toleranz

[4] zitiert nach: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/letters/2002/documents/hf_jp-ii_let_20020304_capi-stato_ge.html