Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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Katholische Morgenfeier am 02.06.2011/ Christi Himmelfahrt
Das letzte Wort

Apg 1,1-11; Mk 16,15.17-19; Mt 28,18b.20b

Podcast

Die israelische Armee ist wieder einmal in Alarmbereitschaft und macht Truppen mobil gegen die Palästinenser im Westjordanland. Der 21jährige Ofer, der eigentlich gerade erst seinen dreijährigen Pflicht-Wehrdienst beendet hat, meldet sich freiwillig für diesen Einsatz. Er ist begeistert von der Vorstellung, auf diese Weise seinem Land zu dienen. Ofers Mutter Ora ist fassungslos; sie hat schon während seines Wehrdienstes unsägliche Ängste ausgestanden. Bei jeder Nach­richtenmeldung über Selbstmordanschläge hat sie gebangt, ob ihr Sohn heil davongekommen ist. Sie hat nur mehr auf den Tag seiner Entlassung aus dem Militär hingelebt. Und jetzt das: Ofer geht auf eine noch gefährlichere Mission! Warum tust du dir, warum tust du mir das an? fragt seine Mutter. Doch Ofers Entschluss steht fest. 28 Tage wird er im Westjordanland sein – eine gefährliche Mission.

Nachdem Ofer sich verabschiedet hat, nistet sich in Ora eine Vorstellung ein, die in der Folgezeit zu einer inneren Gewissheit wird: Mein Sohn befindet sich auf einem Himmelfahrtskommando, von dem er nicht zurückkommen wird! Zugleich hofft sie nichts inständiger, als dass er bald wieder zu Hause bei ihr ist. Deswe­gen kocht sie schon am ersten Abend nach dem Abschied Ofers Lieblings­gerichte, damit er etwas Gutes zu essen hat, wenn er jetzt heimkommt. Und sie fragt sich zugleich auch, wie es sein würde, wenn gerade jetzt beim Kartoffel­schälen die Leute an ihrer Tür klingelten und ihr die Todesnachricht überbräch­ten. Doch nichts geschieht: Die Überbringer der Todesnachricht bleiben aus – und Ofer auch. So kippt Ora das ganze Essen in den Müll. Damit sie angesichts ihrer Situation nicht völlig verrückt wird, beschließt sie, am kommenden Tag auf eine Wanderung zu gehen – 28 Tage lang, so lang, wie Ofer auf Einsatz ist. Denn, so sagt sie sich, wenn ich nicht daheim bin, um die Todesnachricht entge­genzunehmen, kann sie auch nicht überbracht werden. Und wenn sie nicht über­bracht werden kann, kann sie gar nicht erst entstehen, kann Ofer nicht sterben. Mit dem Wegsein, mit dem Unterwegssein werde ich Ofers Leben retten! Plötz­lich klingelt ihr Telefon. Ihr Sohn ist dran, er schwingt ein paar martialische Parolen, erklärt ihr, dass sie bald aufbrechen werden – und dann: „Hey, ich muss los! Bye.“

Das war’s. Da steht sie nun, Ora, mit dem Telefon in der Hand. (vgl. David Grossman, Eine Frau flieht vor einer Nachricht, München 2009, 102-128)



Liebe Hörerinnen und Hörer, diese Geschichte hat mich sehr bewegt. Der israeli­sche Schriftsteller David Grossman erzählt sie in seinem Roman „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“. Er schildert einfühlsam Oras Beziehung zu ihrem Sohn, ihre Liebe, ihre Ängste und Hoffnungen; er schildert ihre privat wie politisch zerrisse­ne Welt und ihre Wanderung, die auch ein Weg zu ihr selbst werden wird. Nach­dem er das letzte Telefonat zwischen Ora und Ofer vor dessen Abfahrt ins Kampfgebiet beschrieben hat, macht David Grossman eine interessante Beobachtung:

Sprecherin:

„Da steht sie, den Hörer in der Hand, fix und fertig und verschwitzt, und denkt mit völliger Klarheit, vielleicht war dies das letzte Mal, dass ich seine Stimme gehört habe. Sie hat Angst, zu vergessen, und denkt auch, wer weiß, wie oft du dieses belanglose Gespräch mit seinen nichtssagenden Sätzen im Kopf rekonstruieren wirst, ich habe ihm gesagt, pass gut auf dich auf, und er hat gesagt, mach dir keine Sorgen, wird schon gutgehn. Vielleicht ist der Einsatz ja auch in zwei, drei Tagen vorbei, dann wird dieses Gespräch wie hundert ähnliche in Vergessenheit geraten, aber nie zuvor hat sie so ein klares Gefühl gehabt [,dass dieses Gespräch das letzte sein würde].“ (a.a.O., 128)

Die letzten Worte haben ganz besonderes Gewicht. Sie sind nach dem Abschied Ofers von seiner Mutter das, woran Ora sich am lebhaftesten erinnert. Denn vielleicht war es ja wirklich das letzte Mal, dass sie seine Stimme gehört hat. Und wenn es so ist, werden Ofers letzte Worte das ganze weitere Leben von Ora begleiten.

Musik: A Love Idea. Aus: Mark Knopfler, CD Screenplaying, Track 6. Phonogram London 1993. Best-Nr. 518 327-2, LC 1633

Die letzten Worte eines Menschen haben besonderes Gewicht. Die letzten Worte eines Menschen bleiben in Erinnerung. Diese Wahrheit ist mir beim Lesen des Romans von David Grossman ganz neu bewusst geworden. So werden „letzte Worte“ in Theaterstücken und Filmen groß inszeniert, wenn der sterbende Held seine Liebe bekennt, sich als unschuldig outet oder den Weg zum verborgenen Schatz preisgibt. Auch im Gerichtssaal nimmt das letzte Wort des Angeklagten eine Sonderstellung ein; es bleibt so stehen, wie es gesagt wurde, es wird nicht mehr hinterfragt oder kommentiert. Und wer in einem ganz alltäglichen Streit das letzte Wort für sich beansprucht, hat recht – oder meint dies zumindest.

Deshalb will ich heute mit Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, einige „letzte Worte“ unter die Lupe nehmen. Der Tag „Christi Himmelfahrt“, der heute gefeiert wird, bietet mir dafür einen geeigneten Anlass. Denn „Christi Himmelfahrt“ erzählt vom Abschiednehmen und von so manchem dabei gesprochenen letzten Wort.

Vor dem Himmelfahrtstag ist Jesus seinen Freundinnen und Freunden immer wieder als Auferstandener erschienen, um den von seinem Tod Traumatisierten zu versichern: Ich bin nicht tot geblieben! Ich bin tatsächlich auferstanden! Ich habe wirklich wieder zu leben begonnen! Diese Erscheinungen haben bei den Frauen und Männern im Freundeskreis Jesu ambivalente Gefühle ausgelöst: Sie haben sich riesig gefreut über diese Lebens-Zeichen, aber sie haben auch Angst gehabt vor einem vermeintlichen Gespenst, vielleicht Angst auch davor, den Ver­stand zu verlieren und Halluzinationen aufzusitzen. Doch mit der Zeit sind sie immer sicherer geworden: Es ist wirklich Jesus, den wir sehen! Es ist wirklich Jesus, der mit uns redet, mit uns isst, sich von uns anfassen lässt. Als sich diese Gewissheit eingestellt hat, verabschiedet sich Jesus von seinen Freundinnen und Freunden und fährt zum Himmel auf. Das heißt nicht, dass er wie das Space Shuttle vor zwei Wochen raketengetrieben nach oben geschossen wäre. Him­melfahrt bedeutet einfach: Jesus hat ab diesem Zeitpunkt seine Erscheinungen beendet und ist seitdem nicht mehr in Menschengestalt auf der Erde zu sehen und zu hören. So nimmt Jesus Abschied von seinen Gefährten; er spricht seine letzten Worte. Diese haben, wie andere „letzte Worte“ auch, besondere Bedeu­tung und besonderes Gewicht. Es lohnt, sie in Erinnerung zu rufen. Die Lesung des heutigen Festtages, eine Passage aus der Apostelgeschichte tut dies, indem sie die Himmelfahrt Jesu schildert.

Sprecherin:

[Bevor Jesus] in den Himmel aufgenommen wurde, ... hat er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben. Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen. Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt. Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heili­gen Geist getauft. Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch her­abkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde. Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und ent­zog ihn ihren Blicken.  Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel empor­schauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.

„Ihr werdet meine Zeugen sein:“ So lautet das letzte Wort Jesu in dieser Erzäh­lung. Es ist kein Appell („Ihr sollt meine Zeugen sein“), sondern eine Feststellung: „Ihr werdet meine Zeugen sein.“

Zeugen stehen für die Wahrheit einer Sache ein, und dies werden die Freundin­nen und Freunde Jesu tun. Sie werden die Wahrheit der Sache Jesu bezeugen, die Wahrheit der Frohen Botschaft.

Warum sie das tun werden – die Begründung dafür liefert Jesus unmittelbar vor seinem „letzten Wort“; er sagt: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes emp­fangen.“ Die haben die Frauen und Männer auch bitter nötig, denn nachdem sich Jesus von ihnen verabschiedet hat, geht es ihnen ein bisschen wie Ora, von der ich eingangs erzählt habe: Einerseits hoffen sie, dass Jesus bald wieder zu ihnen zurückkommt, andererseits befürchten sie, dass Jesu Abschied von ihnen endgültig war und sie nun wieder ganz auf sich gestellt sind. Und so tauchen sie erst mal von der Bildfläche ab.

Zehn Tage später, am Pfingsttag, macht Jesus sein Versprechen wahr, und die Leute aus seinem Freundeskreis empfangen den Heiligen Geist. Der kommt als eine große Portion Mut und Klarheit daher; mit ihm erkennen sie: Was Jesus gesagt hat, stimmt! Jesus ist zwar jetzt für uns nicht mehr sichtbar, aber trotzdem ist er da. Und er bleibt da.

Jetzt hat das untätige Herumsitzen und In-den-Himmel-Starren ein Ende. Jetzt beginnen sie, in ihre Welt zu schauen und in ihre Welt zu gehen. Der Heilige Geist macht ihnen dazu buchstäblich „Feuer unterm Hintern“ – sie können gar nicht anders, als zu den Menschen hinzugehen und zu bezeugen: Jesus lebt! Er ist wirklich der Sohn Gottes! Seine Frohe Botschaft ist wahr!

Liebe Hörerinnen und Hörer, wir befinden uns heute in einer ähnlichen Situation wie die Freudinnen und Freunde Jesu nach dem Himmelfahrtstag. Auch wir sehen Jesus nicht. Doch weil auch wir zu seinem Freundeskreis gehören, gilt uns heute sein letztes Wort: „Ihr werdet meine Zeugen sein.“ Dazu müssen wir aber im Gegensatz zu damals nicht auf den Pfingsttag warten, um den Heiligen Geist zu bekommen, denn den haben wir bereits seit der Taufe und der Firmung. Und wenn dieser Heilige Geist in uns wirkt, können wir gar nicht anders, als den Men­schen unserer Zeit und unserer Welt zu bezeugen: Jesus lebt! Seine Frohe Bot­schaft ist wahr!

Musik: Hymn. Aus: Barclay James Harvest, CD Gone to Earth, Track 1. Polydor 1977. Best.-Nr. 800092-2, LC 0309

Die Frohe Botschaft Jesu bezeugen: Was heißt das konkret für Sie, liebe Höre­rinnen und Hörer, und mich?
Antwort kann folgende Schilderung der Himmelfahrt Jesu geben, die am Ende des Markus-Evangeliums steht:

Sprecherin:

Jesus sagte zu seinen Jüngern: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämo­nen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kran­ken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.

Auch hier begegnet uns ein letztes Wort Jesu: „Durch euch werden Kranke gesund werden.“ Heilsam werdet ihr wirken. Damit meint Jesus:

Durch euch wird Heilung erfahren werden, indem ihr Dämonen austreibt: Indem ihr die Dämonen der Angst, der Sinnlosigkeit, der Einsamkeit vertreibt für die Menschen, die davon geplagt werden.
Bei uns im Priesterseminar hat während jeder unserer Diplomprüfungen eine Kerze in der Kapelle gebrannt, angezündet von einem, der grad nicht zu einer Prüfung dran war. Der hat den Prüflingen damit signalisiert: Ich denke an euch! Habt keine Angst, ihr schafft das schon! Das hat mir und meinen Mitstudenten wirklich gut getan.

Heilsam werdet ihr auch tätig sein, indem ihr in neuen Sprachen redet: Indem ihr die Sprache der Hochachtung, der Wertschätzung, der Fairness verwen­det gegenüber allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, denen ihr begegnet. Das Reden in neuen Sprachen fängt schon damit an, dass ihr einander grüßt. Es geht mit einem „Gut gemacht!“ weiter und ist mit einem „Schön, dass es dich gibt!“ noch lange nicht zu Ende.
Wenn ich in der Früh in die Schule gehe und ein Kind ruft mir zu: „Hallo, Herr Pfarrer!“, freue ich mich darüber. Und wenn ich durch die Pfarrei radle und jemand bedenkt mich mit einem „Grüß Gott!“, trete ich gleich beschwingter in die Pedale.

Heilung werdet ihr auch schenken, indem ihr euch von der Gefährdung durch Schlangen und Gift nicht ins Bockshorn jagen lasst: Indem ihr euch Boshaf­tigkeiten und Gemeinheiten nicht zu eigen macht und auf keinen Fall mit neuer Bosheit und Gemeinheit reagiert.
So wie in der Familie, deren Kinder seit Jahren zerstritten sind. Früher hatten sie sich gegenseitig fertiggemacht, dann gingen sie sich wenigstens aus dem Weg. Doch als der 60. Geburtstag des Ältesten anstand, gab der sich einen Ruck: Ich lade meine Geschwister alle ein, damit wir endlich wieder miteinan­der reden wie erwachsene Menschen. Und dann können wir feiern.

Heilsam werdet ihr wirken, indem ihr Kranken die Hände auflegt: Indem ihr Kranke besucht, indem ihr ihnen eure Nähe schenkt, eure Zeit, euer offenes Ohr. Heilsam ist auch euer gutes Wort, eure Umarmung.
Was für Kranke gilt, gilt auch für Ge-Kränkte, beispielsweise für die junge Frau, die Liebeskummer hat. Ihre Freundin klingelt an ihrer Tür, nimmt sie in die Arme und lädt sie auf einen Cappuccino ins Café ein.

Liebe Hörerinnen und Hörer, bewusst habe ich ganz alltägliche Beispiele ver­wendet, die viele von Ihnen so oder ähnlich schon mal erlebt haben. Bereits durch solche Kleinigkeiten wirken Sie heilsam, machen Sie Kranke und Gekränk­te gesund. Denn dadurch können diese Menschen die Frohe Botschaft Jesu glauben: Gott ist auch für mich da! Gott schenkt auch mir Heil, Gott macht auch mein Leben immer wieder gut. Schon in solchen alltäglichen Kleinigkeiten wirkt der Heilige Geist in uns, und wir setzen Jesu letztes Wort in die Tat um: „Ihr werdet meine Zeugen sein.“ Der Heilige Geist lenkt meinen Blick auf meine Mit­menschen, auf die Welt um mich herum. Und er zeigt mir, auf welche Weise ich heilsam wirken kann auf mein Umfeld.

Musik: Morning Ride. Aus: Mark Knopfler, CD Screenplaying, Track 10. Phonogram London 1993. Best-Nr. 518 327-2, LC 1633

Die letzten Worte Jesu: Sie hatten besondere Bedeutung für seine Freundinnen und Freunde nach der Himmelfahrt. Heute gelten diese letzten Worte Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, und mir, und sie sind bedeutsam geblieben. Im Blick auf uns stellt Jesus fest: Ihr werdet meine Zeugen sein, indem ihr heilsam wirkt auf eure Umgebung. Das werdet ihr schaffen, weil ihr den Heiligen Geist, der in euch steckt, wirken lasst.

Aber vielleicht verlässt euch trotzdem mal der Mut. Ihr schaut in eure Welt und entdeckt dort so viel Ausbeutung und Gewalt und Ungerechtigkeit. Ihr fragt euch: Was kann ich denn schon dagegen ausrichten? Dann, so empfiehlt Jesus, erin­nert euch an dieses letzte Wort von mir; der Evangelist Matthäus hat es fest­gehalten:

Sprecherin:

Jesus sagte zu seinen Jüngern: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

So übermächtig das Böse auch scheinen mag, Jesus sagt: Ich bin der Gute, und ich habe mehr Macht als alles Böse dieser Erde.
Ihr wisst nicht, wie lange sich eure Erde noch weiter dreht.
Ihr wisst nicht, warum all die Kriege passieren, die Katastrophen, das Unrecht, der Streit, die Krankheit, der Tod.

Aber eines sollt ihr wissen: Ich bin bei euch – für euch unsichtbar, weil ich seit meiner Himmelfahrt in einer Welt lebe, für deren Wahrnehmung euch die Sin­nesorgane fehlen. Doch ich bin trotzdem anwesend in eurer Welt, in eurem Leben. Ich sehe euren guten Willen, ich sehe eure guten Werke. Ich mache euch Mut und ich gebe euch Kraft, dass ihr auch weiterhin meine Zeugen sein und heilsam wirken könnt. Erinnert euch deshalb an mein letztes Wort, das gilt und gelten wird, solange diese Erde besteht: Ich bin bei euch und ich bleibe bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Und danach? Dann werde ich erst recht bei euch sein, denn dann werdet ihr mich wieder sehen. Das Gute, das ihr getan habt als meine Zeugen, werde ich selber vollenden. Ich habe die Macht, das zu tun, und ich werde es tun. Die Welt, die dann entsteht, wird eine heile Welt sein. Denn in ihr wird nicht das Böse, sondern das Gute das letzte Wort behalten.

Musik: Life Is For Living. Aus: Barclay James Harvest, CD Turn of the Tide, Track 9. Polydor 1981. Best.-Nr. 800013-2, LC 0309

Ich will beten:

Jesus,
vor deiner Himmelfahrt
hast du uns versprochen, dass du bei uns bleibst
– unsichtbar, aber doch real
wie die Luft, die um uns ist.
Du gibst uns deinen Heiligen Geist.
Er schenke uns die Gewissheit,
dass du, Jesus, wiederkommen wirst,
um unsere Welt zu heilen.
Und bis es so weit ist,
bewahre dein Heiliger Geist uns davor,
die Hände in den Schoß zu legen
und in den Himmel zu starren.
Stattdessen richte er unseren Blick auf die Erde
und gebe uns die Kraft,
zu denken, zu reden und zu tun,
was heilsam ist für unsere Welt.
Dein Heiliger Geist erfülle uns mit Mut,
deine Zeugen zu sein
mit unserem ganzen Leben.
Darum bitten wir dich, Jesus Christus,
unseren menschgewordenen Bruder
und göttlichen Herrn.

Amen.