Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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Katholische Morgenfeier am 06.01.2011
Hochfest „Erscheinung des Herrn“

Gottes Handschrift
Mt 2,1-12

Podcast

Kaum war die Silvesterfeier im Ministrantenheim vorbei, wartete in meiner Jugendzeit schon der nächste Höhepunkt auf mich: Zusammen mit meinen Brü­dern und Freunden suchte ich auf dem Dachboden die goldenen Kronen und prachtvollen Gewänder, und wir schauten, ob sie uns die Sachen noch passten. Wir organisierten eine Motorradbatterie und schlossen unseren tragbaren Leuchtstern daran an, unseren ganzen Stolz, den wir in stundenlanger Arbeit gebastelt hatten. Wir verkleideten uns; einer von uns schwärzte sich sogar das Gesicht. Dann steckten wir ein paar Stück Kreide ein, nahmen die Spenden­büchse mit und jede Menge Stoffbeutel. Und schon ging’s los: Als Sternsinger zogen wir in unserem Stadtviertel von Haus zu Haus, egal ob bei Sonne, Regen oder Schnee, immer begleitet vom leuchtenden Stern. „Christus, segne dieses Haus / und die drin gehen ein und aus. Die Liebe sei mächtig, der Hass verbannt / das wünschen die Weisen aus dem Morgenland“… Hunderte Male sagten wir diese Gedichte auf; ich kann sie heute noch im Schlaf. Wir schrieben den Stern­singersegen C M B an die Haustüren, sammelten Spenden für das Kinder­missionswerk und freuten uns über Süßigkeiten für uns selber. Jeden Abend nach getaner Arbeit gingen wir zuerst ins Pfarrhaus, um zusammen mit dem Kaplan die Spendenbüchse zu öffnen; wir hatten ja den Ehrgeiz, von allen Stern­singergruppen das beste Ergebnis zu erzielen. Dann wurden die Süßigkeiten verteilt – es waren wirklich Berge! – und der Leuchtstern samt Batterie kam ans Ladegerät. Für den letzten Tag unseres Einsatzes hoben wir uns Jahr für Jahr etwas ganz Besonderes auf: Da besuchten wir ein altes kinderloses Ehepaar. Die erwarteten uns schon sehnsüchtig, und kaum dass wir unsere Gedichte voll­endet hatten, sagten sie uns: „Jetzt kommts aber rein in die Stub‘n! Ist schon alles hergerichtet!“ Jetzt konnte das Fest beginnen. Für die alten Leute war es ein Fest, dass einmal im Jahr junge Leute um ihren Esszimmertisch saßen, und für uns bestand das Fest in einer reich gedeckten Tafel: Brot, Wurst, Essig­gurken, Käse, Cola… Wir hauten rein, bis wir nicht mehr konnten, und schafften doch nur einen Bruchteil der vielen guten Sachen. „So, den Rest packen wir euch ein – wir brauchen ja nimmer viel, aber ihr junge Kerl‘ habts doch immer Hunger. Und kommts fei nächstes Jahr wieder, gell!“ Mit dieser Bitte des alten Ehepaares endete jedes Jahr für uns die Sternsinger-Aktion.

Das ist mehr als zwanzig Jahre her, doch die Erinnerung an meine eigenen Erlebnisse wird auch heuer wieder lebendig, wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung die Kinder und Jugendlichen meiner Pfarrei als Sternsinger unter­wegs sind. Ich hoffe, dass sie in diesen Tagen ähnlich viel Spaß an der Sache haben wie ich damals.

Neben dem bereits erwähnten Spendensammeln und dem Überbringen des Segens übernehmen die Sternsinger eine weitere wichtige Aufgabe: Sie erfüllen den Dreikönigstag, wie der Volksmund den heutigen Festtag nennt, mit Leben. Denn sie lenken den Blick auf das, was damals kurz nach der Geburt Jesu in Betlehem geschah, als Besucher von weit her bei der Heiligen Familie anklopften.

Sprecherin:
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.
Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Vol­kes Israel.
Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betle­hem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.
Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze her­vor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.
Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land. (Mt 2,1-12)

Musik: Ich steh an deiner Krippen hier. CD „Bekannte Lieder zur Advents- und Weihnachtszeit“, CD 2, Track 12. Hänssler Holzgerlingen 2009. Best-Nr. 97.132, LC 07224

Sterndeuter besuchen Maria, Josef und das neugeborene Jesuskind. Sie kom­men aus dem Gebiet des heutigen Irak. Mit beeindruckender Genauigkeit können sie Planetenbahnen berechnen und Sonnen- oder Mondfinsternisse vorher­bestimmen. Aus dem Himmelsgeschehen leiten sie Hinweise für das Leben auf der Erde ab. Aus diesem Grund sind die Sterndeuter hoch angesehene und hoch dotierte Ratgeber ihres Königs. Im Geburtsjahr Jesu beobachten sie ein äußerst seltenes Himmelsschauspiel:

Ein halbes Jahr lang bewegen sich die beiden Planeten Jupiter und Saturn für das irdische Auge auf ganz nah beieinanderliegenden Umlaufbahnen. Und drei­mal „begegnen“ sich die beiden Planeten sogar, ihre Flugbahnen scheinen sich also zu kreuzen. Dieses Ereignis war für die Sterndeuter höchst bedeutsam. Denn Jupiter galt als Stern des höchsten babylonischen Gottes, und Saturn als Stern Israels. Weil die beiden nebeneinander am Himmel unterwegs waren, haben die Sterndeuter gefolgert: Es muss auf der Erde etwas vorgehen, das Gott und Israel zusammenbringt; das heißt: Gott taucht in Israel auf, Gott wird in Israel geboren!

So machen sich die Sterndeuter auf den weiten Weg dorthin. Sie suchen Gott, der in Israel geboren worden sein muss, wie die Sterne zeigen.

Musik: Ich steh an deiner Krippen hier. CD „Bekannte Lieder zur Advents- und Weihnachtszeit“, CD 2, Track 23. Hänssler Holzgerlingen 2009. Best-Nr. 97.132, LC 07224

Ein außergewöhnliches Himmelsphänomen ist sozusagen die „Handschrift“, mit der Gott die Sterndeuter auf sich aufmerksam macht. Die Sterndeuter verstehen es, diese „Handschrift Gottes“ zu entziffern – und finden Gott in Gestalt des Jesuskindes.

Liebe Hörerinnen und Hörer, ich bin überzeugt: Wie bei den Sterndeutern platziert Gott auch in unserem Leben seine Handschrift. Die Kunst besteht darin, sie zu entziffern.

Die Handschrift Gottes entziffern – das ist der alten Frau gelungen, die ich jah­relang bis zu ihrem Tod besucht habe. Sie war keine Gelehrte wie die Sterndeu­ter, sondern eine einfache Wirtstochter. Obwohl sie ans Bett gefesselt war, hat sie mir jedes Mal mit leuchtenden Augen erzählt, wie gut es Gott mit ihr im Leben gemeint hat. „Nach der Vertreibung aus der Heimat“, so sagte sie einmal, „hatten wir nur die Kleider, die wir am Leib trugen, und ein paar Mark in der Tasche. Doch wir sind hier in Bayern bei einer ganz lieben Bauernfamilie untergekom­men. Die haben uns immer gesagt: ‚So lang wir Kartoffeln haben, habt auch ihr welche.‘ Ja, Gott hat auch damals für uns gesorgt, als wir selber praktisch nichts mehr hatten“, war das Fazit der alten Frau. Ein anderes Mal erzählte sie von ihren Enkeln. „Immer hab ich zu meinem Herrgott für sie gebetet, dass aus ihnen was Gescheites wird. Als der Älteste nach seiner Ausbildung arbeitslos war, hab ich mir gedacht: Das geht ja schon gut los! Aber dann ist er noch mal auf die Schule gegangen, und jetzt ist er Ingenieur, hat viel Freude an seiner Arbeit und verdient gutes Geld. Seht ihr, sag ich meinen Kindern und Enkeln immer wieder, der Herrgott sorgt schon für euch. Tut’s nur immer fest zu ihm beten.“ Noch viele andere Geschichten habe ich von der Frau gehört. Jede mündete in die Fest­stellung: „Der Herrgott sorgt schon für mich. Und auch für Sie, Herr Pfarrer. Des­wegen bete ich jeden Tag für Sie.“

Diese einfache alte Frau hat es verstanden, Gottes Handschrift in ihrem Leben zu entziffern. Sie hat den Neuanfang nach der Aussiedlung nicht dem Zufall zugeschrieben oder als selbstverständlich angesehen, sondern sie hat Gott dahinter entdeckt. Ebenso hat sie in der Entwicklung ihrer Enkel Gottes Wir­ken gesehen. Von vielen anderen Ereignissen ihres langen Lebens hat sie abgeleitet, dass Gott für sie sorgt – und ist eben darin Gott begegnet. Das hat aus ihr eine dankbare, zufriedene Frau gemacht.

Menschen wie diese Frau waren und sind für mich Lehrer, die mir beibringen, wie auch ich die Handschrift Gottes in meinem Leben entziffern kann. Dank dieser Lehrer entdecke ich beim Blick in meine Vergangenheit und Gegenwart: Gott ist immer wieder in meinem Leben aufgetaucht, und er tut es noch!

Zum Beispiel nach dem Tod meiner Mutter, als ich elf Jahre alt war; mein Vater war schon zwei Jahre vorher gestorben, und so standen mein Bruder und ich als Waisen da. Wir hatten in dieser dramatischen Situation das große Glück, in die Familie von Onkel und Tante aufgenommen zu werden und zusammenbleiben zu können. Als Pflegekinder hatten wir die gleichen Rechte und Pflichten wie die leiblichen Kinder und somit die beste Voraussetzung, uns normal zu entwickeln. Das war kein Zufall und auch keine Selbstverständlichkeit, das war Gottes Sorge für meinen Bruder und mich. Auch die Tatsache, dass unsere Familie sich nie zerstritten hat und dass wir nach wie vor alle miteinander einen harmonischen Umgang pflegen, schreibe ich dem Wirken Gottes zu.

Die Handschrift Gottes entziffere ich auch, wenn ich meinen beruflichen Weg anschaue. Keiner meiner bisherigen Stellenwechsel war von mir geplant, son­dern kam jeweils mehr oder weniger überraschend daher. So schwer mir der Abschied von meinem vorigen Einsatzgebiet fiel, so schnell fühlte ich mich in meiner neuen Pfarrei zuhause. Das ist auch hier in Ingolstadt so: Ich bin glück­lich, weil ich hervorragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe, weil ich Men­schen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg begleiten darf und weil ich einen unglaublich vielseitigen Beruf ausübe, der mir Tag für Tag große Freude macht und mich meine Begabungen entfalten lässt.

An diesen und vielen anderen Ereignissen meines Lebens kann ich entdecken: Gott taucht in meinem Leben auf! Er sorgt für mich. Und er wird auch in Zukunft seine Handschrift in meinem Leben hinterlassen. An mir liegt es, sie zu entzif­fern, damit ich ein dankbarer und zufriedener Mensch bleibe. Ich hoffe, dass mir das auch weiterhin gelingt. Die alte Frau, von der ich gesprochen habe, und etli­che andere Lehrer, die mir in den Sinn kommen, werden mir dabei helfen – durch ihr Vorbild und ihr Gebet.

Musik: Die Könige. CD „Bekannte Lieder zur Advents- und Weihnachtszeit“, CD 2, Track 6. Hänssler Holzgerlingen 2009. Best-Nr. 97.132, LC 07224

Die Sterndeuter aus der Bibel haben es verstanden, die Handschrift Gottes in ihrem Leben zu entziffern und werden daher zu Recht „Könige“ genannt. „Denn wer froh ist, ist ein König“, sagt ein Volkslied. Königlich ist das Gefühl, zufrieden und glücklich zu sein. Das waren die Sterndeuter wohl, als Gott in ihrem Leben erschien: „Auf einem anderen Weg“, so schreibt der Evangelist, zogen sie heim in ihr Land, andere Menschen waren sie geworden – Menschen, die erlebt hat­ten: Gott taucht auch in unserem Leben auf! Gott sorgt auch für uns! Und er wird dies ganz gewiss auch weiterhin tun.

Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar, die die christliche Tradition den „Heiligen Drei Königen“ gab, sind mit Bedacht gewählt und passen zu den Stern­deutern. Diese Namen passen auch zu Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, und zu mir, wann immer es uns gelingt, die Handschrift Gottes in unserem Leben zu entziffern. Um dies zu erklären, nehme ich nochmals das Beispiel der alten Frau zu Hilfe.

Caspar bedeutet Schatzmeister. Als Schatzmeister verstand sich die Frau, weil sie ihr Leben als etwas Wertvolles erkannte. Sie war überzeugt: Mein Leben ist ein Schatz, den Gott mir anvertraut hat, um ihn sinnvoll einzusetzen! Diesen Schatz teilte die Frau großzügig aus: Sie war für ihre Kinder und Enkel samt deren Familien da, sei es als Babysitter, als Lieferantin selbstgestrickter Socken (von denen profitierte übrigens auch ich), sei es als Ratgeberin oder als Beterin. Darin war sie ihren Nachkommen ein Vorbild, und so bekam sie, als sie krank und gebrechlich geworden war, von deren Lebens-Schatz einiges zurückgeschenkt: liebevolle und geduldige Pflege, und als das zuhause nicht mehr möglich war, regelmäßige Besuche im Seniorenheim. Und immer viel Zärtlichkeit. Als sie starb, waren alle ihre Kinder und Enkel anwesend. Ja, ein Lebens-Schatzmeister war diese Frau, und sie brachte ihren Lieben bei, wie auch sie solche Schatz­meister sein können.

Musik: Psalite. CD „Bekannte Lieder zur Advents- und Weihnachtszeit“, CD 1, Track 13. Hänssler Holzgerlingen 2009. Best-Nr. 97.132, LC 07224

„König des Lichts“ lautet die deutsche Übersetzung des Namens Melchior. Auch dieser Titel trifft auf die alte Frau zu. Immer dann, wenn sie eine Schwie­rigkeit auf ihrem Weg gemeistert hatte, begriff sie sich als Königin des Lichts. Denn mitten im Dunkel ihrer Ungewissheit oder Trauer war ihr ein Lichtblick begegnet, der sie dann langsam, aber sicher neues Glück, neue Zufriedenheit und neue Freude am Leben finden ließ. So ein Lichtblick war für die Frau die besagte gute Aufnahme nach der Vertreibung, so dass sie eine neue Heimat fand und später wieder zu Wohlstand gelangte. Einen anderen Lichtblick sah die Frau einige Monate nach dem Tod ihres Mannes, als ihr erster Urenkel zur Welt kam. Der holte sie aus dem tiefen Loch, in das sie in den Tagen nach der Beer­digung gefallen war, wieder heraus. Und in die Gebete der alten Frau, die von Bitterkeit geprägt waren, hielt neue Dankbarkeit Einzug. Denn die Uroma war mächtig stolz – ein wahrhaft königliches Gefühl...

Musik: Psalite. CD „Bekannte Lieder zur Advents- und Weihnachtszeit“, CD 1, Track 13. Hänssler Holzgerlingen 2009. Best-Nr. 97.132, LC 07224

An der heranwachsenden neuen Generation in ihrer Familie erkannte sie: Das Leben geht weiter – auch das meine. Gott hat dafür gesorgt, dass ich nicht im Dunkel von Trauer und Verzweiflung versinke, indem er mir den Lichtblick mei­nes Urenkels geschickt hat. Auch in Zukunft wird Gott für mich sorgen – davon war die Frau felsenfest überzeugt, und daraus schöpfte sie eine beeindruckende Gelassenheit. „Gott wird es fügen“ lautete ihr Credo. Gott wird es fügen; Gott wird Freude und Leid so zusammenbauen in meinem Leben, dass es weitergeht. Dieser Glaube der Frau spiegelt sich im dritten Namen der Sterndeuter wider, der lautet Balthasar und bedeutet „Gott erhalte den König“. Gott selber erhält mein Leben, er schickt mir Lichtblicke, damit ich den Geschmack am Leben nicht ver­liere und immer wieder neue Zufriedenheit, neues Glück und neue Freude finde – all das also, was ich brauche, um mich königlich zu fühlen.

Musik: Psalite. CD „Bekannte Lieder zur Advents- und Weihnachtszeit“, CD 1, Track 13. Hänssler Holzgerlingen 2009. Best-Nr. 97.132, LC 07224

Caspar / Schatzmeister, Melchior / König des Lichts, Balthasar / Gott erhalte den König: Auch wir, liebe Hörerinnen und Hörer,  dürfen diese Namen der „Heiligen Drei Könige“ auf uns beziehen. Der Segen, den die Sternsinger an unsere Türen schreiben – C M B, die Abkürzung für „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus), aber auch ein Hinweis auf Caspar, Melchior und Balthasar – dieser Segen der Sternsinger soll uns auch im neuen Jahr dabei helfen, die Handschrift Gottes in unserem Leben zu entziffern.

Schatzmeister sind wir, weil wir unser Leben ansehen als etwas Wertvolles und weil uns bewusst ist: Dieser Schatz wurde uns von Gott anvertraut, um ihn sinn­voll zu nutzen im Dasein für andere.

Könige des Lichts sind wir, weil wir die Lichtblicke unseres Lebens sehen, weil wir dafür dankbar sind, dass sie aus so mancher dunklen Lebenszeit heraus­führen.

Und weil wir diese Lichtblicke unserem Gott zuschreiben, gewinnen wir die Über­zeugung: Gott erhält unser Leben, er sorgt dafür, dass uns das Leben wieder freut – und wir dürfen uns immer wieder neu als Könige fühlen.

Musik: Tochter Zion. CD „Bekannte Lieder zur Advents- und Weihnachtszeit“, CD 1, Track 7. Hänssler Holzgerlingen 2009. Best-Nr. 97.132, LC 07224

Ich will beten:

Wo ich bin, da bist auch du, Gott.
Wohin ich gehe, dort warst du bereits.
Jeder meiner Schritte ist dir vertraut,
und alle meine Wege sind auch die deinen.
Ich danke dir, Gott meines Lebens.

Keine Dunkelheit meiner Existenz
durchlebe ich ohne dich,
und selbst wenn ich dich nicht spüre,
vertraue ich doch: Du bist da!
Ich danke dir, Gott meines Lebens.

Aus dem Dunkel führst du mich ins Licht.
Du erfüllst mich mit neuer Kraft.
Du schenkst mir neue Freude.
So finde ich an meinem Dasein neuen Geschmack.
Ich danke dir, Gott meines Lebens.

Dass ich dich entdecke, wenn du bei mir auftauchst…
Dass ich deinen Weg mit mir erkenne…
Dass ich dankbar bleibe für alles Gute aus deiner Hand…
Dass ich deine Handschrift in meinem Leben entziffere…
…das gewähre mir, Gott meines Lebens.