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Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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Katholische Morgenfeier vom 08.02.2009                 Podcast
Matthias Blaha

Gute Nachrichten!

1 Kor 9, 16-17.22-23


Das Telefon klingelt. Eine Frau aus meiner Pfarrei ist dran. „Herr Pfarrer, ich muss Ihnen unbedingt etwas erzählen. Stellen Sie sich vor, was mir passiert ist: Ich war wegen meiner Krebserkrankung mal wieder im Krankenhaus. Bei der Untersuchung haben die Ärzte herausgefunden: Der Krebs ist weg! Kein Tumor ist mehr zu finden, keine Metastasen. Die Ärzte sagen, ich bin geheilt. Ich bin ja so glücklich! Wann können Sie denn mal bei mir vorbeikommen? Dann erzähl ich Ihnen alles ganz genau.“
Dieser Anruf ist jetzt ein paar Wochen her. Natürlich habe ich wenige Tage später die Frau besucht. In allen Details hat sie berichtet, wie sie seit Jahren mit einem hartnäckigen Krebs zu kämpfen hatte, wie anstrengend und voller Nebenwirkungen Bestrahlungen und Chemotherapien waren, wie sie ständig zwischen Hoffen und Bangen gelebt hat – und wie sie jetzt die beste aller Nachrichten bekommen hat: Der Krebs ist verschwunden! Die Chance, dass er wiederkommt, ist so hoch oder niedrig wie bei jedem anderen Menschen. Die Krankenhausaufenthalte, die Infusionen, die Übelkeit, das Zittern vor dem nächsten Befund – alles Vergangenheit für die Frau. Sie ist geheilt, gesund! Mir und jedem anderen, den sie kennt, muss sie ihre Geschichte erzählen, um ihrer Freude, ihrem Glück Luft zu machen, Raum zu schaffen und möglichst vielen Leuten um sie herum Anteil daran zu geben.

Eine gute Nachricht kann man nicht für sich behalten; eine gute Nachricht drängt danach, weitergesagt zu werden; eine gute Nachricht will Kreise ziehen. Das gilt für alle guten Nachrichten – auch für diese:
Der zehnjährige Sebastian ist noch kaum zur Tür herein, da ruft er schon: „Mama, weißt du was? Ich hab heute in Mathe eine Eins bekommen!“
Die jugendliche Christina fällt ihrer besten Freundin um den Hals, ein Blatt Papier in der Hand: „Ich hab die Lehrstelle! Schau mal – hier steht’s schwarz auf weiß!“
Die frischgebackenen Eltern verschicken ein Foto ihres Kindes und schreiben dazu: „Sophia ist da! 3400 Gramm, 52 Zentimeter – das schönste Baby der Welt. Wir sind glücklich! Freut euch mit uns!“

Gute Nachrichten drängen förmlich danach, weitergesagt zu werden; gute Nachrichten wollen Kreise ziehen. Liebe Hörerin, lieber Hörer, was wäre für Sie eine wirklich gute Nachricht – heute, an diesem Sonntag Vormittag?

-- Musik --

Jede gute Nachricht ist ein Geschenk Gottes an Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer, und an mich. Nur äußerst selten ist eine gute Nachricht so spektakulär wie im Fall der krebskranken Frau, die plötzlich geheilt ist. Etwas häufiger sind die anderen guten Nachrichten zu hören, die ich genannt habe – die gute Note, der Ausbildungsplatz oder der gesunde Nachwuchs. Noch viel öfter kommen Kleinigkeiten als gute Nachricht daher und machen das Leben schöner: Ein „Gut gemacht!“, ein „Ich hab dich gern!“, ein gutes Essen, ein gemütlicher Abend im Kreis der Familie, ein Kompliment, das Lachen der Kinder oder Enkel...
Jede dieser guten Nachrichten ist ein Geschenk Gottes, mit dem Gott Ihnen und mir eine Botschaft schickt. Diese Botschaft ist sozusagen die eigentliche gute Nachricht, die hinter allen anderen guten Nachrichten steckt, seien sie nun ganz außergewöhnlich oder etwas Besonderes oder eher alltäglich. Eine göttliche Botschaft versteckt sich also in jeder einzelnen guten Nachricht, und die lautet, in drei Wörtern zusammengefasst: Gott liebt dich!

Gott liebt mich – wie soll ich das glauben?
Ich liege krank da und habe Tag und Nacht Schmerzen.
Ich bin allein, und niemand kommt, um mich zu besuchen.
Ich bin von meinem Partner verlassen worden – er hat jetzt eine andere.
Für mich scheint Gott keine guten Nachrichten zu haben, sondern nur schlechte.
Liebt er mich vielleicht gar nicht mehr?

Was ist, wenn die guten Nachrichten fehlen im Leben eines Menschen? Hat Gott damit seine Liebe zu diesem Menschen aufgekündigt, hat Gott sich von ihm abgewandt?
Ich werde dieser Frage gleich genauer nachgehen; für jetzt nur so viel: Von Gott kommen die schlechten Nachrichten nicht. Gott schickt niemals Leid, Gott kündigt niemandem seine Liebe auf. Dies behaupte ich nicht nur einfach so; ich entnehme es dem Reden und Handeln Jesu.
Jesus hat gerade zu den Kranken Kontakt gesucht, zu den Alleingelassenen, zu den Trauernden. All denen, deren Leben arm war an guten Nachrichten, war Jesus nahe. Er hat nicht einfach jedem seine Probleme weggenommen: Krankenheilungen waren eher die Ausnahme im Wirken Jesu, ebenso Totenerweckungen. Aber für alle, die es brauchten, hat Jesus ein offenes Ohr und ein tröstendes Wort gehabt. Damit hat Jesus diesen Menschen signalisiert: Auch wenn dir gerade das Leben nicht seine Sonnenseite zeigt, bist du von Gott nicht vergessen. Gott hat dich jetzt genauso gern wie immer, Gott lässt dich nicht allein und geht durch diese schwere Zeit mit dir.
Du kannst jetzt manches Positive deines Lebens nicht erkennen, weil dir die Krankheit, die Einsamkeit, die Trauer den Blick dafür verstellt. Aber es wird der Zeitpunkt kommen, an dem du einen Lichtblick siehst mitten in deinen Schwierigkeiten. Und ist dieser Lichtblick auch noch so klein: Gott wird ihn dir schicken, denn es liegt in Gottes Interesse, dass du wieder Freude am Leben findest. Gott begleitet dich durch Zeiten des Leids hindurch; Gott ist da in deinem Leben, auch wenn du ihn gerade nicht mehr spüren kannst; Gott gibt dir Kraft, Tag für Tag das Leid zu tragen; eines Tages – hoffentlich schon bald – wirst du wieder den Kopf heben können und das eine oder andere Schöne in deinem Leben entdecken. Das ist dann der Lichtblick, den Gott dir schickt, die gute Nachricht, mit der er dich meint: Ich, Gott, hab dich lieb!

Auch wenn du gerade keine guten Nachrichten in deinem Leben entdecken kannst: Gott hat dich nicht verlassen, Gott hat sich nicht von dir abgewandt. Ganz im Gegenteil: Gott bleibt an deiner Seite und sendet Licht in dein Dunkel. Dies hat Jesus versprochen, und er hält Wort. Dies weiß ich aus eigener Erfahrung.

Und ich weiß auch: Um das Licht im Dunkel zu erkennen, ist es hilfreich, wenn jemand mir die Augen dafür öffnet.
Als ich Ärger hatte und als ich einen Misserfolg einstecken musste, hat mir ein Freund geduldig zugehört und gut zugeredet.
Als ich im Krankenhaus lag, haben mich Leute aus der Pfarrei besucht.
Als ich traurig war, haben mich meine Nichten aufgeheitert mit ihrer unbekümmerten Art und ihren tausend Geschichten.
Und ich habe entdeckt: Es ist nicht alles negativ in meinem Leben. Da gibt es so manches Schöne, über das, so klein und banal es auch sein mag, ich mich trotz aller Probleme freuen kann. Dieses Schöne nimmt meine Schwierigkeiten nicht weg, gibt mir aber Kraft, sie zu tragen, weil es mir die gute Nachricht überbringt: Gott hat dich nicht vergessen! Gott liebt dich!

Gott sei Dank fällt es leicht, gute Nachrichten weiterzusagen, denn dies ist, wie eben beschrieben, sinnvoll und wertvoll: Diejenigen, die gerade gebeutelt sind vom Leben, werden dadurch ermutigt, den Glauben an das Gute nicht zu verlieren und vielleicht die eine oder andere gute Nachricht im eigenen Leben zu entdecken trotz aller Widrigkeiten.

Genau aus diesem Grund ist in der Bibel eine Fülle guter Nachrichten schriftlich festgehalten. Menschen, die Gutes erlebt haben, wollten denen Mut machen, deren Leben gerade negativ verlief.
Eine der ganz großen biblischen Figuren, die viele gute Nachrichten aufgeschrieben hat, ist der heilige Paulus. Er hat Gutes von Gott geschenkt bekommen – vor allem hat Gott den Paulus von seinem glühenden Hass befreit, mit dem er letztendlich sich selbst zugrunde gerichtet hätte. Paulus erkennt, dass Gott ihn liebt; eine umwerfend gute Nachricht für ihn! Damit auch alle anderen davon erfahren, formuliert Paulus seine gute Nachricht schriftlich – Evangelium nennt er sie auf griechisch – und er schreibt, dass er vor lauter Freude gar nicht anders kann, als dieses Evangelium allen weiterzusagen, die es hören oder lesen wollen.

Wenn ich ... das Evangelium verkünde, kann ich mich deswegen nicht rühmen; denn ein Zwang liegt auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!
Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn. Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Auftrag, der mir anvertraut wurde.
Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten.
Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben. (1 Kor 9,16-17.22-23)

-- Musik --

Gott liebt dich! Inwiefern ist diese Nachricht auch heute noch eine gute für Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer, und für mich? Und was ist das Verheißungsvolle an diesem Evangeliums-Destillat für uns – in dunklen Lebens-Zeiten ebenso wie in sonnigen?

Ein erstes:
Gott ist gut zu Ihnen und zu mir. Diese Wahrheit hat eine Schülerin aus der dritten Klasse auf den Punkt gebracht, als ich den Kindern den Begriff „allmächtig“ erklären wollte und gesagt habe: „Gott kann alles.“ Da hat sich das Mädchen gemeldet und eingewendet: „Aber eines kann Gott nicht: böse sein.“
Gott ist niemals böse auf uns, niemals straft er uns, niemals schickt er uns etwas Schlechtes. Denn das würde seinem Wesen zuwiderlaufen. Gott kann alles, aber eines kann er nicht: böse sein.
Diese Wahrheit befreit jeden, der sie glaubt, von der Angst vor Gott. Gott ist nicht der Richter, der einen Fehler bestraft, indem er Krankheit schickt oder Misserfolg oder welches Leid auch immer. Wenn schon das Wort „richten“ mit Gott in Zusammenhang gebracht wird, dann nur im Sinne von „reparieren“, so wie man umgangssprachlich sagt: „Ich muss mein Fahrrad richten, weil es einen Achter hat.“
Das bedeutet: Schicksalsschläge und Leiderfahrungen sind niemals von Gott geschickt. Immer dann, wenn ein Mensch leidet, leidet Gott mit ihm. Gott entfernt sich nicht vom Leidenden, auch wenn der das manchmal so empfindet. Im Gegenteil: Gott bleibt an der Seite des Leidenden, geht geduldig und voller Mitgefühl dessen Leidens-Weg mit. Gott gibt dem Leidenden Kraft, am Leid nicht kaputtzugehen. Und früher oder später schickt Gott einen Lichtblick, der das Dunkel des Leids ein bisschen heller macht – einen Lichtblick, der den Leidenden aufrichtet, der vielleicht sogar das Leid repariert, also wieder Glück ins Leben bringt.
Dass Gott so handelt, erfahre ich immer wieder, wenn ich Trauernde begleite. Als in einer jungen Familie die Ehefrau und vierfache Mutter an Krebs starb, war die erste Reaktion des Mannes: „Wofür werden wir von Gott gestraft?“ Ich habe die Aussage, dass Gott niemals Leid schickt, in den Mittelpunkt meiner Beerdigungspredigt gestellt und die Trauernden gebeten, trotz dem, was geschehen war, an Gott festzuhalten. Gott versteht Sie in Ihren Zweifeln, in Ihrer Verzweiflung, in Ihrer Trauer, in Ihrer Wut, habe ich den Angehörigen gesagt; Gott kümmert sich um Sie, auch wenn Sie ihn gerade nicht wahrnehmen können. Das konnte die Familie zunächst nicht glauben, sie konnte nicht mehr beten, sie fühlte sich von Gott verlassen. Monate vergingen, und eines Tages stand der Witwer vor meiner Tür. Er sagte: „Jetzt habe ich verstanden, was Sie gemeint haben mit Ihrer Aussage, dass Gott sich um uns kümmert. In der furchtbaren Zeit nach der Beerdigung haben meine Kinder und ich immer wieder Besuch bekommen von Angehörigen und Freunden. Die waren einfach da für uns, haben uns mal was gekocht, haben mit uns geweint, haben uns in den Arm genommen, haben mit den Kindern einen Tag im Freizeitpark verbracht. Dadurch haben sie mir und meinen Kindern Kraft gegeben, wieder nach vorn zu schauen. Ja, jetzt entdecke ich: Gott war da in der ganzen schlimmen Zeit, Gott hat uns diese lieben Menschen geschickt, damit wir nicht verzweifeln. Ich vertraue darauf, dass Gott uns auch weiterhin durch unsere Trauer hilft. Und so hoffe ich, dass wir irgendwann auch wieder mal so richtig lachen können.“
Gott kann alles, nur nicht böse sein. Gott ist ausschließlich gut, er will und tut dir Gutes, weil er dich liebt. Deswegen ist die Nachricht „Gott liebt dich“ auch heute noch eine gute Nachricht für Sie und für mich.

Ein zweiter Gedanke:
Gott mag Sie so, wie Sie sind. Gott hat Sie entstehen lassen, weil er genau Sie auf dieser Erde haben wollte, um Sie lieben zu können. Gott mag Sie mit Ihrem einzigartigen Aussehen, das kein anderer Mensch auf dieser Erde hat, mit Ihrer einzigartigen Kombination aus Fähigkeiten, Begabungen und auch Schwächen, die es so noch nie gegeben hat, die es unter den Milliarden von Menschen nicht noch einmal gibt und die es nie wieder geben wird. Für Gott sind Sie einmalig, unverwechselbar und unersetzlich. Gott liebt sie, als wären Sie sein Einzelkind!
Diese Wahrheit befreit jeden, der sie glaubt, vom Zwang, anders sein zu müssen als er ist. Wer erkannt hat: Gott mag mich so, wie ich bin!, kann sich freuen über seine Fähigkeiten, über seine Begabungen und guten Seiten – und kann geduldig sein mit seinen Schwachstellen und Unzulänglichkeiten. So jemand muss nicht neidisch sein auf das, was andere vielleicht mehr haben oder besser können, sondern ist zufrieden.
Gott mag mich so, wie ich bin – diese Erkenntnis hat etwas Heilsames: Ich brauche mich nicht über mich zu ärgern; ich darf mich versöhnen mit meinen Schattenseiten; ich kann dankbar sein für meine guten Seiten. Ich darf Ja zu mir selbst sagen, weil auch Gott Ja zu mir sagt.
Wie heilsam diese Erkenntnis sein kann, hat mir ein Gespräch mit einem Mann in mittlerem Alter gezeigt. Der Mann war drogenabhängig und hatte im Zusammenhang damit einige kriminelle Dinge gedreht. Er sagte zu mir: „Gott will sicher nichts mehr mit mir zu tun haben, weil ich so viel falsch gemacht habe. Für ihn bin ich wertlos und verabscheuungswürdig geworden.“ Ich habe ihm geantwortet: „Für Gott sind Sie nach wie vor wertvoll und liebenswert. Gott hat Ja zu Ihnen gesagt, deswegen sind Sie entstanden. Dieses Ja hat Gott nie zurückgenommen, und dieses Ja sagt er Ihnen auch weiterhin. Gott ist nach wie vor stolz darauf, dass er Sie gemacht hat. Seine Zuneigung müssen Sie sich nicht erst verdienen, und Sie können niemals aus ihr herausfallen.“
Da hat der Mann vor Erleichterung zu weinen begonnen. Dass er wertvoll und liebenswert ist, hat ihm wohl schon lange niemand mehr gesagt. Und er hat sich vorgenommen, eine Entzugstherapie zu beginnen, weil er gespürt hat: Wenn ich für Gott wertvoll und liebenswert bin, sollte ich mein Leben nicht im Drogenrausch wegwerfen, sondern es annehmen und etwas daraus machen – Gott hat mir meine Fähigkeiten dazu gegeben.
Ob der Mann den Entzug geschafft hat, weiß ich nicht; ich habe ihn nach diesem Gespräch nie wieder getroffen. Doch ich hoffe, sein neu gewonnenes Wissen, für Gott wertvoll zu sein, hat ihm die nötige Kraft dafür gegeben, sein Leben wieder in die Hand zu nehmen.
Gott liebt dich – und auch du darfst Ja zu dir sagen. Das ist der zweite Aspekt der guten Nachricht, die Ihnen und mir heute gilt.

Eng damit verbunden ist eine dritte und letzte Facette:
Gott hat einen Auftrag für Sie. Gott hat Sie ausgestattet mit einer einzigartigen Kombination von Fähigkeiten, weil er Sie genau damit braucht in dieser Welt. An dem Platz, an dem Sie stehen, hat Gott niemand anderen als Sie.
Ihr Auftrag – wie auch der jedes anderen Menschen – ist es, der Erde ein menschliches Gesicht zu geben.
Der Vater spielt mit seinen Kindern.
Die Oma kocht ihren Enkeln ihr Lieblingsgericht.
Die Jugendliche besucht die neue Klassenkameradin.
Der Chef lobt seine Sekretärin.
Der Bub malt für seinen alten und kranken Nachbarn ein Bild.
Die Mutter tröstet ihre Tochter.
Der Kollege macht der Mitarbeiterin ein Kompliment.
Das Baby zaubert ein Lächeln auf die Gesichter der Erwachsenen.
Die bettlägerige alte Frau, die sonst nichts mehr tun kann, betet für ihre Familie, ihren Ort, ihre Pfarrei.
Ein paar wenige ganz alltägliche Beispiele sind dies; sie zeigen: Jeder Mensch hat von Gott den Auftrag erhalten, da wo er steht im Leben, mit seinen Begabungen und Begrenzungen, der Erde ein menschliches Gesicht zu geben. Wo immer dies Ihnen gelingt, liebe Hörerin, lieber Hörer, tragen Sie dazu bei, dass die gute Nachricht „Gott liebt dich!“ plausibel wird: Durch Sie erfahren die Menschen, mit denen Sie zu tun haben, Gottes Liebe. Und Sie selber haben auch was davon: Sie spüren, wie reich Ihr Leben ist, wie schön es ist, Menschlichkeit zu verbreiten – und Sie bekommen hoffentlich auch das eine oder andere Wort des Dankes geschenkt, das Ihnen gut tut.

Liebe Hörerin, lieber Hörer, diese drei konkreten Bedeutungen des Evangeliums-Destillats „Gott liebt dich!“ zeigen: Auch heute noch, wie schon zur Zeit des heiligen Paulus, will diese gute Nachricht Kreise ziehen, vor allem um denen Mut zu machen, die Gottes Liebe gerade nicht spüren können; damals wie heute drängt diese gute Nachricht alle, die sie erfahren haben, sie weiterzusagen – so auch mich an diesem Sonntag Vormittag:

Gott ist gut zu dir, er will und tut dir nur Gutes.
Gott mag dich so, wie du bist.
Gott beauftragt dich, seine Liebe weiterzugeben.

Gott liebt dich – wie damals für Paulus, so heute für dich und mich eine umwerfend gute Nachricht.

-- Musik --


Gebet

Menschenfreundlicher Gott,
deine Liebe hat uns entstehen lassen,
deine Liebe begleitet unser Leben vom ersten bis zum letzten Atemzug – und darüber hinaus.

Wir danken dir dafür, dass du es gut mit uns meinst, dass du uns Gutes willst und Gutes tust.
Wir danken dir, dass du uns so annimmst, wie wir sind.
Wir danken dir, dass wir deine Liebe nicht verdienen müssen und nie verlieren können.

Und wir bitten dich:
Gib uns den Mut, Ja zu uns selbst zu sagen.
Gib uns die Kraft, unserer Erde ein menschliches Gesicht zu geben.
Gib uns die Begeisterung, die gute Nachricht von deiner Liebe weiterzusagen, damit sie Kreise zieht.
Dann werden immer mehr Menschen hören, spüren und glauben:
Gott liebt auch dich.

So segne und begleite uns durch diese neue Woche
der Gott des Lebens und der Liebe:
Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.



Musik:
Lichtstrahl, mein fröhlicher Begleiter. Aus: CD Hufeisen, Im Sonnenlicht. Hufeisen Edition Stuttgart 2004.
Best-Nr. 388 671 500-0, LC 10867

Wild Theme. Aus: Mark Knopfler, CD Screenplaying. Phonogram London 1993. Best-Nr. 518 327-2, LC 1633

Meine Hoffnung und meine Freude. Aus: Neue Gesänge aus Taizé. Christophorus 1991. Best-Nr. CHR 77101, LC 0612