Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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„Auf ein Wort“ vom 08.12.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Wo kannst du Gott begegnen?

Wo kannst du Gott begegnen? frage ich meine Grundschulklasse. Die Antwort kommt prompt: „In der Kirche!“ Doch damit gebe ich mich nicht zufrieden. Die Kinder bekommen einen Tipp: An vielen Orten sind Kreuze zu sehen, die zeigen: Auch dort kannst du Gott begegnen! „Also auch hier im Klassenzimmer?!“ vermutet ein Schüler. Die Ideen beginnen zu sprudeln: „Bei uns daheim im Esszimmer“, „Im Wald“, „Im Kinderzimmer von meiner Freundin“... – An vielen Orten haben die Kinder bereits Kreuze gesehen und wissen jetzt: Gott kann ich überall begegnen; auch da, wo ich gar nicht mit ihm rechne.
Diese Einsicht geht auf eine biblische Geschichte zurück: Mose, Angehöriger eines unterdrückten und ausgebeuteten Volkes, begegnet Gott in der Steppe, in einem brennenden Dornbusch. (vgl. Ex 3 & 4) Die Steppe: Bild für die Durststrecken im Leben. Der Dornbusch: Symbol für die Verletzungen. Das Feuer: Zeichen für brenzlige Situationen. Mose begegnet Gott da, wo er am wenigsten mit ihm rechnet – mitten in den größten Schwierigkeiten. Und Mose erfährt: Gott schaut meinem Schicksal nicht tatenlos zu.
Die Kreuze am Straßenrand oder im Wohnzimmer bezeugen diese biblische Wahrheit: Auch dort, wo du gar nicht mit Gott rechnest, auch dann, wenn dein Leben ein Kreuz ist, gibt sich Gott dir zu erkennen. Lass dich ein auf die Begegnung mit ihm, und du erfährst wie Mose: Gott wendet dein Leben zum Guten. Gott sei Dank!

Matthias Blaha



„Auf ein Wort“ vom 10.12.2007 als Podcast (ca 1 MB)

In jedem Gesicht schaut mich Jesus an

Ein Mann nimmt seine Clown-Maske vom Gesicht. Nun zeigt sich, wer er wirklich ist: Das Gesicht hinter der Maske gehört Jesus! Diese Szene ist auf einem Gemälde von Karl Weiser in einem Salzburger Kloster zu sehen. Der Künstler hat sein Bild „Gott im Menschen“ genannt und drückt damit aus: Jesus „versteckt“ sich hinter menschlichen Gesichtern unserer Tage. Anders formuliert: In jedem Menschen, den ich sehe, schaut mich Jesus an. Jesus schaut mich an im bunt geschminkten Gesicht des Clowns, Jesus schaut mich an im müden Gesicht des Fließbandarbeiters, Jesus schaut mich an im lächelnden Gesicht des Kleinkindes, Jesus schaut mich an im runzligen Gesicht der alten Frau...
Eine kleine Abbildung des Gemäldes „Gott im Menschen“ liegt in meinem Gebetbuch, das ich mehrmals täglich zur Hand nehme. Es erinnert mich regelmäßig daran: Behandle jeden Menschen, mit dem du zu tun hast, so, als würde Jesus dir gegenüberstehen. Denn Jesus „versteckt“ sich hinter jedem einzelnen Menschen. Begegne daher jedem Menschen mit Achtung, mit Freundlichkeit, mit Wohlwollen – auch dem, über den alle lachen, über den alle den Kopf schütteln, den niemand leiden kann. Denn auch in deren Gesichtern schaut dich Jesus an.
In jedem menschlichen Gesicht schaut mich Jesus an. Dies hat Jesus selber gesagt: „Was du meinen geringsten Schwestern und Brüdern getan hast, das hast du mir getan.“ (vgl. Mt 25,40)

Matthias Blaha



„Auf ein Wort“ vom 12.12.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Segnen – Gutes sagen

„Darf ich einen anderen Menschen segnen?“ fragt mich ein junger Mann. Als ich nachfrage, was er unter „Segnen“ versteht, antwortet er: „Manchmal, wenn ich Freunde treffe, aber auch bei manchen Unbekannten, die mir über den Weg laufen, habe ich das Bedürfnis, ihnen in Gedanken zu sagen: Gott gebe dir Kraft! oder: Gott mache dich glücklich!“
Ich ermutige den Mann, dies zu tun, und erkläre ihm, dass er mit diesem guten Wunsch genau im Sinn des Wortes „Segnen“ handelt. Segnen geht auf das lateinische „benedicere“ zurück, und das bedeutet: Etwas Gutes sagen.
Segnen – etwas Gutes sagen – ist nicht dem Pfarrer vorbehalten, sondern segnen darf und soll jeder Mensch: Die Mutter, die dem Kind wünscht „Gott schütze dich!“, bevor es in die Schule geht; der Ehemann, der seiner Frau sagt, wie wichtig sie für ihn ist und wie sehr er sie mag; der Nachbar, der bei der alten und kranken Frau klingelt und ihr gute Besserung wünscht... – All diese Menschen segnen, weil sie Gutes sagen. Und diejenigen, die das Gute gesagt bekommen, fühlen sich gesegnet.
„Freundliche Worte sind wie Wabenhonig, süß für den Gaumen, heilsam für den Leib“ (Spr16,24), ist im biblischen Buch der Sprichwörter zu lesen, und eine türkische Redensart stellt fest: „Für ein einsames Herz ist ein höflicher Gruß mehr als tausend Piaster wert, und er wärmt besser als ein Schafspelz.“

Matthias Blaha



„Auf ein Wort“ vom 14.12.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Großzügigkeit zahlt sich aus

Eine ältere Frau bringt mir einen für ihre Verhältnisse großen Geldbetrag als Spende für die Pfarrei. Als ich mich bei ihr bedanke, sagt sie mir: „Ich geb’ das gern her. Wissen Sie, ich habe in meinem Leben schon so viel Gutes erfahren, und da möchte ich ein bisschen was von dem weitergeben. Außerdem habe ich schon oft festgestellt: Was ich für einen guten Zweck spende, kommt wieder zu mir zurück – als nette Überraschung, als liebe Begegnung oder einfach als Zufriedenheit, die ich in mir spüre.“
Großzügig spendet die Frau für eine gute Sache – aus Dankbarkeit für erfahrene schöne Zeiten und im Wissen, dass das Gute, das sie tut, wieder auf sie zurückfällt.
Diese Erfahrung ist schon viele hundert Jahre alt; so ist in der Bibel, im alttestamentlichen Buch Jesus Sirach zu lesen: „Wie Gott dir gegeben hat, so gib auch ihm, freigebig und so gut, wie du kannst. Denn er ist ein Gott, der vergilt, siebenfach wird er es dir erstatten.“ (Sir 35,12f)
Aus Dankbarkeit großzügig zu sein, zahlt sich aus. Das gegebene Gute kommt in anderer Form wieder zurück. Wem dies als Motivation zum großzügigen Geben für gute Zwecke nicht reicht, dem sei mit einem Kalenderspruch gesagt: „Wenn dein Nachbar hungert, kommen seine Mäuse in deinen Keller.“

Matthias Blaha



„Auf ein Wort“ vom 16.12.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Spar deinen Wein nicht auf für morgen...

„Unser ganzes Leben lang haben wir gespart, haben uns nichts gegönnt – und jetzt, wo wir beide im Ruhestand wären, bekommt meine Frau einen Schlaganfall. Nichts wird mehr aus den Reisen, die wir vorgehabt hätten.“ Mit diesen Worten beendet ein Mann resigniert seine Lebensgeschichte.
So wichtig es ist zu arbeiten und zu sparen: Die Geschichte des Mannes zeigt, dass es genauso wichtig ist, sich auch mal etwas zu gönnen, sich etwas Gutes zu tun, etwas zu genießen – und es nicht immer auf später zu verschieben. Denn vielleicht kommt es nicht mehr zu diesem „später“.
„Spar deinen Wein nicht auf für morgen...“ singt der Liedermacher Gerhard Schöne. Wenn es heute etwas zu feiern gibt, dann feiere ohne Reue – gönne dir etwas Schönes, genieße den Anlass. Wenn heute ein Freund vorbeikommt, heiße ihn heute willkommen, ohne auf den Aktenberg auf deinem Schreibtisch zu schielen. „Spar deinen Wein nicht auf für morgen“, denn vielleicht ist morgen zu spät.
Diesen Rat gibt auch Kohelet, ein Jerusalemer Bürger, dessen Gedanken in der Bibel nachzulesen sind. Kohelet will nicht zur Faulheit verleiten; er schreibt: „Alles, was deine Hand zu tun vorfindet, das tu“ (vgl. Koh 9,10). Doch legt er seinen Lesern ebenfalls ans Herz: „Iss freudig dein Brot und trink vergnügt deinen Wein. Trag jederzeit frische Kleider. Mit einer Frau, die du liebst, genieße das Leben...“ (vgl. Koh 9,7-9)

Matthias Blaha