Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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„Auf ein Wort“ vom 19.11.2011                als Podcast (ca. 1 MB)

Die Farben des Herrn

Ich denk der Herr muss blau sein weil ihm so viele Leute vertrauen
Ich denk der Herr muss rot sein weil ihn so viele Leute lieben
Ich denk der Herr muss gelb sein weil so viele Leute neidisch auf ihn sind
Ich denk der Herr muss grün sein weil so viele Leute auf ihn hoffen
Ich denk der Herr muss schwarz sein weil er mit so vielen trauert
Ich denk der Herr muss wohl ziemlich bunt sein!

Dieses Gedicht hat ein junger Mann aus meiner früheren Pfarrei verfasst. Interessante Gedanken, so meine ich: Für jede Farbe meines Lebens – die hellen des Glücks und der Freude, die dunklen der Schmerzen und der Trauer, die pastellfarbenen der Träume und Sehnsüchte – für jede Farbe meines Lebens hat Gott eine Entsprechung auf seiner großen Palette. Und er wählt genau die Farbe, die gerade zu mir passt, um in meinem Leben aufzutauchen: Glück und Freude genießt Gott mit mir. Schmerzen und Trauer erleidet Gott mit mir. Und meine Träume und Sehnsüchte nimmt Gott ernst.

Das gilt für mein ganzes irdisches Leben. Und ich kann mir gut vorstellen: Wenn mein Weg auf dieser Erde einmal zu Ende ist, dann sehe ich Gott in meiner Lieblingsfarbe.





„Auf ein Wort“ vom 21.11.2011                als Podcast (ca. 1 MB)

Religion – für’n Arsch?

„Religion – für’n Arsch?“

Diese provokante Frage stand vor einigen Jahren auf einem Plakat, das das Bistum Würzburg entwerfen ließ. Verantwortliche des Bistums hatten sich mit Werbefachleuten beraten, wie die christliche Religion den Menschen von heute schmackhaft gemacht werden kann.

Ein Werbefachmann hat damals gesagt: „Sie von der Kirche haben zwar ein tolles Produkt: Top-Lagen der Kirchen mitten im Ort, oft sogar in der Fußgängerzone, das Kreuz als weltweit bekanntes Logo, einen Rundum-Service vom Beginn bis zum Ende des Lebens. Aber Sie verkaufen dieses Produkt nicht gut genug!“ Und so wurden Plakate entworfen, um Werbung für den Glauben zu machen und Kirche ins Gespräch zu bringen.

Das war und ist eine gute Idee, aber das reicht nicht. Die eigentliche Werbung für die Kirche geschieht nicht mit Papier, sondern mit Personen. Unsere Welt braucht Christen, die auch als Christen leben. Das sind Menschen, denen Fairness und Respekt keine Fremdwörter sind; Menschen, die im anderen den Bruder oder die Schwester sehen; Menschen, die dankbar sind für ihr Leben und einen Sinn darin erkennen; Menschen, die aus ihrer Beziehung zu Gott Gelassenheit und Lebensmut schöpfen.

Nicht Plakate, nur Personen können glaubhaft vermitteln: Religion ist nicht für’n Arsch; Religion ist für den ganzen Menschen.





„Auf ein Wort“ vom 23.11.2011                als Podcast (ca. 1 MB)

Weltuntergang

Stellen Sie sich vor: In den gut vierzig Jahren meines Lebens habe ich bereits über zwanzig Weltuntergänge überstanden! Allein von den Zeugen Jehovas wurde in diesem Zeitraum drei Mal das Ende der Welt prophezeit, dazu kamen noch die „Vorhersagen“ von Pseudowissenschaftlern und Wahrsagern. Besonders deutlich erinnere ich mich an die Weltuntergangs-Prognosen für den 11. August 1999, anlässlich der totalen Sonnenfinsternis, und auch an die Endzeitstimmung zum Jahrtausendwechsel. Dass bisher jede Vorhersage ein Flop war, hindert selbsternannte Endzeitpropheten nicht daran, immer neue Daten zu veröffentlichen: Die nächste Gelegenheit fürs Ende der Welt haben wir demnach am 21. Dezember 2012.

Ich persönlich habe beschlossen, diesem Unsinn keinen Glauben zu schenken, und überlasse das Festlegen des Weltuntergangstermins meinem Gott. Denn er ist der einzige, der ihn wirklich kennt. Ich nehme Gott beim Wort, der mir und allen Menschen verspricht: Der Weltuntergang wird nicht euer Untergang sein, denn das Ende der Erde bringt euch einen neuen Anfang.

Für die Zeit bis dahin ist mir Dietrich Bonhoeffer ein Vorbild, der als Theologe und Widerstandskämpfer im „Dritten Reich“ lebte. Er schrieb angesichts der Weltuntergangsstimmung seiner Zeit:
„Mag sein, dass morgen der letzte Tag anbricht. Dann werden wir morgen unsere Arbeit für eine bessere Welt aus der Hand legen. Vorher aber nicht.“





 „Auf ein Wort“ vom 25.11.2011                als Podcast (ca. 1 MB)

Schöne neue Welt?

Eine Weltregierung hat die Kontrolle über die gesamte Menschheit, die in fünf Klassen unterteilt ist. Jede Klasse übernimmt in der Weltgesellschaft unterschiedliche Aufgaben. Die Klassenzugehörigkeit wird durch künstliche Fortpflanzung und Klonen je nach Bedarf geregelt; Familien gibt es nicht, sondern die Kinder werden in staatlichen Einrichtungen aufgezogen. Allen Klassen gemeinsam ist: Sie leben außer für ihre Aufgaben nur für Konsum und Sex. Niemand kann krank werden, und für stets gute Stimmung sorgt eine Droge, die alle Menschen einnehmen müssen. Literatur, Denkmäler oder Museen passen nicht in diese Welt, ebenso wenig kritisches Hinterfragen der Verhältnisse oder die Suche nach Lebenssinn.

Dieses Welt-Bild malt Aldous Huxley in seinem 1932 erschienenen Roman „Schöne neue Welt“. Schön schaut diese neue Welt allerdings nur auf den ersten Blick aus. Zwar herrscht auf ihr Frieden, doch wer diese friedliche Welt näher betrachtet, bemerkt, dass sie nur noch Platz hat für gleichgeschaltete, willenlose und oberflächliche Menschen.

Mir ist eine solche Vision zu düster. Stattdessen träume ich von einer neuen Welt, die wirklich schön ist: Auf der leben die Menschen auch friedlich zusammen, aber eben als eigenständige, denkende Wesen, die einander mit Hochachtung und Toleranz begegnen. Eine Utopie… ob sie Realität wird, hängt auch von mir ab.





„Auf ein Wort“ vom 27.11.2011                 als Podcast (ca. 1 MB)

Ein Advents-Ritual

Als ich Kind war, habe ich so manches angestellt. Meiner Kreativität hielt nicht jedes Inventarstück des Haushalts stand – manchmal sorgte ich sogar im wahrsten Sinn des Wortes für brenzlige Situationen.

Aber jedes Jahr in der Adventszeit, da war ich wie ausgewechselt. Meine Mutter hatte meinem Bruder und mir in Aussicht gestellt: „Immer wenn ihr einen Tag lang brav wart, schickt euch der liebe Gott dann über Nacht einen Engel, und der stellt euch was Süßes aufs Fensterbrett.“

Das war eine echte Motivation, und so gab es von meinem vierten bis zum zehnten Lebensjahr kaum einen Adventsmorgen ohne Schoko-Tannenzapfen oder Gummibärchen vor dem Kinderzimmerfenster. So sehr haben mein Bruder und ich uns zusammengerissen, um die göttliche Belohnung ja nicht zu verpassen – auch dann noch, als wir längst herausgefunden hatten, dass unsere Mutter der Süßigkeiten-Engel war…

Mit dieser adventlichen Aktion hat meine Mutter noch etwas anderes erreicht außer zwei vorübergehend braven Söhnen. Sie hat uns von Kindheit an vermittelt: Das Gute, das ihr tut, ist nie umsonst! Gott sieht jede eurer guten Taten, und er belohnt sie. Schon das ist Ansporn genug, Tag für Tag etwas Gutes zu tun – auch, aber nicht nur im Advent.