Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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„Auf ein Wort“ vom 08.08.2012                als Podcast (ca. 1 MB)

Schöne Gesichter

Zu dem Vortrag zum Thema „Zivilcourage“ sind dreißig junge Erwachsene gekommen; auch ich als ihr Seelsorger bin mit dabei. Der Referent, ein Poli­zist, betritt den Saal und fordert uns auf: „Der oder die von euch, die das schönste Gesicht hat, kommt bitte vor zu mir.“

Wir sind verdutzt, schauen uns gegenseitig an – und keiner traut sich vorzu­gehen. Während wir überlegen, was denn ein schönes Gesicht ausmacht und wer von uns ein solches besitzt, erklärt der Polizist: „Jede und jeder von euch hat ein schönes Gesicht. Es ist schön, weil es kein zweites auf der Welt gibt, das genauso ausschaut. Gott hat dir dieses Gesicht gegeben, weil er in genau dieses Gesicht schauen und dir versichern will: ‚Ich bin stolz darauf, dass ich dich gemacht habe. In meinen Augen bist du schön.‘“

Bemerkenswerte Worte aus dem Mund eines Polizisten, finde ich. Jeder Mensch hat ein schönes Gesicht – auch du. Deshalb: Hab Respekt vor dir selber. Hab Respekt vor jedem anderen Menschen, und hab Mut einzugrei­fen, wenn du siehst, dass ein anderer Mensch bedroht wird. Denn der ande­re, der verbal oder körperlich angegriffen wird, hat auch ein schönes Gesicht in den Augen Gottes. Und dieses schöne Gesicht sollst du schützen wie dein eigenes.





„Auf ein Wort“ vom 10.08.2012                als Podcast (ca. 1 MB)

Zieh's durch!

Ich stehe an der Rezeption der Jugendherberge und will die Unterkunft für meine Ministrantengruppe bezahlen. Weil ich die EC-Karte aus dem Geld­beutel nehme, hält mir der Herbergsvater das Kartenlesegerät hin und sagt: „Zieh’s durch!“ – Ich lasse die Karte durch den Schlitz des Geräts gleiten, und das zeigt mir an: „Kartenfehler“.

„Immer das Gleiche mit dem G’lump“, knurrt der Herbergsvater und drückt eine Taste auf dem Gerät. Dann fordert er mich mit einem Nicken in Richtung der EC-Karte in meiner Hand auf: „Zieh’s durch – je schneller, umso besser!“ Ich gehorche – und siehe da, jetzt lese ich auf dem Display: „Transaktion in Bearbeitung“ und anschließend „Zahlung erfolgt“.

„Zieh’s durch – je schneller, umso besser!“ Für meine EC-Karte war dieser Tipp wertvoll. Für mein Leben hingegen möchte ich ihn nicht übernehmen. Gerade jetzt in der Urlaubszeit will ich mein Leben nicht möglichst schnell durchziehen, sondern mir ganz bewusst Zeit nehmen für das, was im Arbeits­alltag oft wenig Platz findet, obwohl es mir gut tut: Lange schlafen, ausgiebig frühstücken, Bücher lesen und spazieren gehen.

Das Lebens-Tempo immer wieder mal zurücknehmen – diesen wertvollen Tipp gibt ein Sprichwort aus Kenia, es lautet: „pole pole ndiyo mwendo“ – langsam ist auch eine Geschwindigkeit.





„Auf ein Wort“ vom 12.08.2012                als Podcast (ca. 1 MB)

Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf

Ich verrate Ihnen heute mein Lieblings-Zitat aus der Bibel. Es ist im Buch der Psalmen zu finden und lautet: „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.“ (Ps 127,2)

Ein guter Schlaf ist ein Geschenk Gottes, das ich gern nutzen darf, wenn es vorhanden ist; ein Geschenk, für das ich mich nicht entschuldigen muss, sondern dankbar sein darf. Wenn ich mich nach einer anstrengenden Arbeits­woche am Sonntagnachmittag aufs Sofa oder in den Liegestuhl lege, hat das mit Faulenzen nichts zu tun, denn die Ruhepause steht ja im Wechsel zu neuerlichem Aktivsein. Das gleiche gilt für die Ruhepause der Nacht: Es ist nicht erstrebenswert, nur mit drei oder vier Stunden Schlaf auszukommen. Denn Schlafen gibt neue Kraft, neue Kreativität, neuen Schwung; Schlafen sorgt für Ausgeglichenheit und Lebensfreude; Schlafen erhält das seelische Gleichgewicht.

Schlafen ist etwas Notwendiges und Wohltuendes für Körper, Geist und Seele gleichermaßen.

Deswegen wünsche ich Ihnen eine gute und friedliche Nacht. Ich wünsche Ihnen, dass Sie lang genug schlafen können, um erholt in den neuen Tag zu starten. Und sollte Ihnen morgen jemand vorwerfen, Sie würden dem Herrgott die Zeit stehlen, dann antworten Sie ihm: „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.“





 „Auf ein Wort“ vom 14.08.2012                als Podcast (ca. 1 MB)

Das Navi fürs Leben

Darf ich Ihnen Gisela vorstellen? Gisela ist nicht meine Haushälterin, sondern das Navigationsgerät in meinem Auto. Mit kurzen Sätzen dirigiert mich Gisela zu dem Ziel, das ich vorher eingegeben habe. Wenn ich mich trotzdem ver­fahre, berechnet sie einen neuen Weg zum Ankunftsort.

Schon praktisch, so ein Navi. Ein paar Anweisungen, von Gisela zur richtigen Zeit gegeben, lassen mich stressfrei meinen Weg finden, bis es dann heißt: „Sie haben Ihren Bestimmungsort erreicht.“

Nicht nur für die Straßen, die ich mit dem Auto befahre, gibt es ein Naviga­tionssystem, sondern auch für meine Lebens-Wege. Dieses Lebensweg-Navi kennt ebenfalls einige einfache Anweisungen, um mich sicher durchs Leben zu führen. Wenn ich mich im Leben vergaloppiert habe, bringt es mich wieder auf den richtigen Weg zurück oder zeigt mir einen neuen Weg, damit ich mein Lebens-Ziel erreiche.

Anweisungen dieses Navis lauten beispielsweise: Du sollst den Sonntag hei­ligen. Du sollst Vater und Mutter ehren. Du sollst nicht stehlen. Das Lebens­weg-Navi ist in der Bibel zu finden unter dem Namen „Die zehn Gebote“. Wenn ich mich daran orientiere, finde ich einen guten Weg durch mein Leben, bis es auch für mich einmal heißt: „Sie haben Ihren Bestimmungsort erreicht.“





„Auf ein Wort“ vom 15.08.2012                 als Podcast (ca. 1 MB)

Wenn sich der Himmel öffnet

Alfons ist ganz aufgeregt. Er kann nicht ruhig sitzen bleiben. Im Wohnzimmer rückt er ein Kissen auf dem Sofa gerade, dann zündet er die Kerze auf dem Esstisch an und probiert ein letztes Mal das Risotto. Denn gleich wird Bettina kommen, jeden Moment kann sie klingeln.

Als Alfons die Türglocke hört, macht sein Herz einen Sprung. Mit einem Strahlen auf dem Gesicht öffnet er die Tür. Die beiden umarmen sich innig. Bettina sagt: „Ich hab dich so vermisst!“ – „Schön, dass du da bist, mein Schatz!“ antwortet Alfons, und Hand in Hand gehen die beiden ins Wohn­zimmer. Sie setzen sich ganz nah zueinander auf das Sofa und bleiben lange eng umschlungen sitzen. Weder Alfons noch Bettina merken, wie die Zeit vergeht, doch als sie sich vom Sofa erheben, ist die Kerze auf dem Tisch abgebrannt und das Risotto in der Küche längst kalt. Bettina lacht: „Ist doch egal. Mit dir auf dem Sofa war’s einfach himmlisch. Komm, und jetzt machen wir das Essen wieder warm.“

Weil Alfons und Bettina sich lieben, verlieren für sie Raum und Zeit wie auch das Risotto ihre Bedeutung. Die Liebe öffnet ihnen den Himmel und lässt sie erahnen, wie wunderschön es in der Ewigkeit ist.