Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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„Auf ein Wort“ vom 16.06.2009                als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

Die Jugend von heute

„Ich habe keine Hoffnung mehr für die Zukunft unseres Volkes, wenn sie von der leichtfertigen Jugend von heute abhängig sein sollte. Denn diese Jugend ist ohne Zweifel unerträglich, rücksichtslos und altklug. Als ich noch jung war, lehrte man uns gutes Benehmen und Respekt vor den Eltern. Aber die Jugend von heute will alles besser wissen.“
Diese Aussage stammt nicht von einem frustrierten Lehrer. Was Sie da über „die Jugend von heute“ gehört haben, ist fast 2700 Jahre alt und findet sich in den Schriften des griechischen Dichters Hesiod.
Es war wohl schon immer so: Weil die Jugend anders redet, andere Musik hört und andere Kleidung trägt als die Erwachsenen, wird sie von diesen misstrauisch beäugt und gern schlecht beurteilt.
Dabei ist „die Jugend von heute“ besser als ihr Ruf. Aktuelle Jugendstudien belegen: Familie, Freundschaften, Partnerschaft, Eigenverantwortung sind „in“. Fleiß und der Ehrgeiz, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, stehen bei jungen Leuten ebenfalls hoch im Kurs. Engagement für andere gehört für immer mehr Jugendliche selbstverständlich dazu.
Jugendliche sehnen sich nach verlässlichen Beziehungen, nach Sinn in ihrem Leben, nach Anerkennung und Respekt. Wenn sie dies heute in ihrer Welt vorfinden, stehen die Chancen gut, dass sie morgen verantwortungsvolle Erwachsene sind.






„Auf ein Wort“ vom 18.06.2009                als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

Verrückte?

Warum tust du dir das Sonntag für Sonntag an? frage ich den jungen Mann. Er ist enttäuscht, weil er mit seiner Fußball-Mannschaft schon zum vierten Mal in Folge verloren hat – diesmal mit 1:5. Und er ist sauer auf sich selber, weil er eine todsichere Chance vergeben hat. Da trainiert er zwei Mal die Woche nach einem langen Arbeitstag, investiert eine Menge Zeit für die Spiele und die Fahrten dorthin, trägt immer wieder mal einen blauen Fleck davon – und verliert doch ein Match nach dem anderen. Warum tut er sich das an? „Ich bin halt fußballbegeistert“, sagt er, „– und schon auch ein bisschen verrückt!“
Mich fasziniert seine Einstellung – und sie erinnert mich an die Christen der ersten Jahrhunderte. Die waren begeistert von Jesus und seiner Botschaft, so sehr, dass sie dafür in Kauf nahmen, als die Verlierer dazustehen, verfolgt oder gar getötet zu werden. Wie befreiend es ist, an einen liebevollen Gott zu glauben, das hatten die Christen erfahren. Und so hielten sie an diesem Gott fest – auch als es ihnen an den Kragen ging. Die sind verrückt! winkten Außenstehende damals ab. Jesus aber sagte zu ihnen: Selig seid ihr! (vgl. Mt 5,11)






„Auf ein Wort“ vom 20.06.2009                als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

Wenn die Orte ausgegangen sind…

Mit einem mulmigen Gefühl saß ich im Flugzeug. Und mir wurde umso mulmiger, je näher die Landung kam. Ich flog ins Ungewisse, in ein Land, das mir völlig fremd war. Ein Jahr werde ich nun dort leben. Wie werde ich mit den Leuten zurechtkommen? Werde ich schnell Suaheli lernen? Werde ich das Klima vertragen? ... Tausend Fragen gingen mir durch den Kopf. Denn ich war auf dem Weg nach Afrika, um in einer kenianischen Pfarrei mitzuarbeiten.
Am Ausgang des Flughafens hielt ein Weißer ein Schild mit meinem Namen hoch. Als ich zu ihm hinging, gab er mir die Hand und sagte: „Herzlich willkommen. Schön, dass du da bist! Übrigens: Ich bin der Erich.“
Bruder Erich nahm mich mit in sein Kloster. Dort bekam ich Antworten auf meine Fragen, dort wurde mein Sprachkurs organisiert, dort erhielt ich wertvolle Informationen über Land und Leute. So wurde das Kloster Heimat für mich, und bald war ich in Kenia zuhause.
Viele Menschen finden nach einer Reise ins Ungewisse keine Heimat. Daran erinnert der heutige Weltflüchtlingstag. Und er bittet alle, die Heimat haben: Seid aufgeschlossen gegenüber Fremden! Begegnet ihnen zuvorkommend und hilfsbereit, damit die, die heimatlos geworden sind, spüren: „Ein Zuhause ist, wohin man geht, wenn einem die Orte ausgegangen sind.“
(Zitat: Barbara Stanwyck, amerikanische Schauspielerin, 1907-1990)






 „Auf ein Wort“ vom 22.06.2009                als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

Warum Jesus Fischer berief

Im letzten Sommer war ich in Israel. In einem Pilgerhaus direkt am See Gennesaret verbrachte ich die zweite Hälfte meines Urlaubs. Das quirlige Treiben, die Farben und Gerüche Jerusalems lagen hinter mir, und ich genoss die Ruhe, die klare Luft und das tiefe Blau von See und Himmel.
Von der Terrasse des Pilgerhauses konnte ich die Fischer beobachten, die mit ihren Booten auf den See fuhren in der Hoffnung auf einen guten Fang. Je nach Wellengang, Windrichtung und Wetter wählten die Fischer Tag für Tag andere Routen auf dem See und andere Tageszeiten für ihre Fahrt. Mal fuhren sie dicht am Ufer entlang, mal weit auf den See hinaus, mal waren sie schon in aller Frühe unterwegs, mal erst spät am Abend. Für die Fischer gab es keine festgelegten Wege und Zeiten; sie stellten sich flexibel auf die Situation ein, die ihnen gerade begegnete. Die Fischer warteten nicht, bis die Fische dahin kamen, wo sie waren, sondern sie hielten immer Ausschau: Wo sind heute die Fischschwärme? Und dann machten sie sich zu ihnen auf – auf der Route und zu der Zeit, die momentan am geeignetsten waren.
Dort, auf der Terrasse des Pilgerhauses am See Gennesaret, habe ich verstanden, warum Jesus ausgerechnet Fischer in seine Nachfolge berief…

 



„Auf ein Wort“ vom 24.06.2009                 als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

Wichtiger als gewinnen

Welcher deutsche Sportler hat bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking im Einer-Kajak Gold geholt? Na, wissen Sie es noch?
Ich gebe zu: Ich habe auch erst nachschauen müssen. Der Goldmedaillengewinner heißt Alexander Grimm. Noch kein Jahr ist der Olympiasieg her – und schon habe ich seinen Namen wieder vergessen!
Andere Namen hingegen habe ich in bester Erinnerung, obwohl die damit verbundenen Ereignisse schon viele Jahre weiter zurückliegen. Auf die Frage: Woher hast du deinen Optimismus? kann ich ohne langes Nachdenken antworten: Von meiner Mutter. Als Antwort auf die Frage: Woher kommt dein unerschütterlicher Glaube? fallen sofort die Namen meiner Oma und meines Religionslehrers. Und warum bist du ein kontaktfreudiger Mensch, der Freundschaften schätzt und pflegt? – Weil ich in einer Großfamilie aufgewachsen bin.
Menschen, die mich geprägt haben, begleiten mich mein ganzes Leben lang. Ihre Namen bleiben in meinem Gedächtnis – auch dann noch, wenn die dazugehörigen Personen schon längst nicht mehr leben.
Deine Siege sind schnell vergessen. Doch was du für mich getan hast, was du mir geschenkt hast an Sympathie, an Verständnis und Zeit, lässt dich in meiner Erinnerung lebendig bleiben – auch in vielen Jahren noch. Denn: wichtiger als zu gewinnen ist, anderen beim Gewinnen zu helfen!