Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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„Auf ein Wort“ vom 21.06.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Drei Drittel Liebe

Drei Drittel Liebe.
Ein junger Mann aus meiner Pfarrei hat mir ein Gedicht vorgelesen, das er selber verfasst hat, und es trägt den Titel: Drei Drittel Liebe.
Ausgehend von diesem Titel habe ich mich lang mit dem jungen Mann unterhalten, was es mit diesen Liebes-Dritteln auf sich hat: Liebe in ihrer Hochform existiert nur als Beziehungs-Dreieck.
Was unter diesem Beziehungs-Dreieck zu verstehen ist, erklärt Jesus in der Bibel: „Du sollst Gott und deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Damit ist gemeint: Erst mal muss ich mit mir selber im Reinen sein, muss ich mich so mögen können, wie ich bin. Ich darf froh sein über das, was ich gut kann, und ich muss meine Grenzen und Schwächen akzeptieren lernen. Dann kann ich auch andere Menschen annehmen und mögen, wie sie sind – die Partnerin, den Freund, den Kollegen, die Nachbarin – aber auch fremde Personen. Wenn ich dann auf mein Leben schaue, merke ich, wie reich ich beschenkt bin – mit Begabungen und Fähigkeiten wie auch mit Menschen in meiner Nähe. Und wenn es mir dann in den Sinn kommt, Gott für diese Geschenke in meinem Leben ein Dankeschön zu sagen, ist das Dreieck der Selbstliebe, der Nächstenliebe und der Gottesliebe perfekt.
Drei Drittel Liebe – die Liebe zu mir, zum anderen und zu Gott. Drei Drittel Liebe – und Liebe ist perfekt. Mehr noch: Drei ist ja die biblische Zahl für Gott; also sind drei Drittel Liebe wahrhaft göttlich.

Matthias Blaha




„Auf ein Wort“ vom 23.06.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Die Annahme seiner selbst

Blass zu sein ist in!
Zwar nicht in unserer Welt der Sonnenstudios und Bräunungscremes, aber in Afrika. In der Zeit, als ich in Kenia gearbeitet habe, habe ich erfahren: Je heller die Haut eines afrikanischen Mädchens ist, umso höher der Brautpreis, den der Bräutigam zahlen muss. Deswegen schmieren sich manche junge Afrikanerinnen, die es sich leisten können, spezielle Cremes auf die Haut, damit sie heller wird, denn blass zu sein ist in in Afrika.
Bei uns in Deutschland hingegen gilt Bräune als Schönheitsideal. Dies zeigen die Massen von Jugendlichen und Erwachsenen, die am Strand, im Garten oder im Freibad in der Sonne schmoren und, damit der Teint erhalten bleibt, sich im Winter ins Solarium legen.
Ist schon seltsam, denke ich mir: Genau das gilt als schön, was man nicht hat und sich erst mehr oder weniger mühsam erwerben muss: Blässe in Afrika, Bräune bei uns. Wie viel zufriedener könnten die Menschen dort wie hier doch leben, wenn sie sich so, wie sie sind, schön finden könnten, anstatt ständig zu versuchen, anders zu sein?!
Der große Theologe Romano Guardini schreibt: „Ich muss auf den Wunsch verzichten, anders zu sein, als ich bin.“ – Dann erst bin ich wirklich ich selbst.
Etwas weniger gelehrt, dafür mit einem Augenzwinkern, formuliert ein Kalenderspruch: „Wenn der liebe Gott uns alle schlank haben wollte, hätte er nicht die Schokolade erschaffen.“

Matthias Blaha




„Auf ein Wort“ vom 25.06.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Der Schatz der Freundschaft

„Für angeblichen Schatz Freund geopfert“ – diese Schlagzeile war vor ein paar Wochen in der Tageszeitung zu lesen.
Drei Männer haben in Ägypten einen Schatz gesucht, der nach Aussagen eines „weisen Mannes“ im Wohnhaus eines Freundes verborgen sein soll. Um an den Schatz zu kommen, würden sie das Blut des Hausbesitzers benötigen, behauptete der „weise Mann“, und so haben die drei ihren Freund erstochen. Gefunden haben sie den angeblichen Schatz trotzdem nicht; stattdessen sind sie festgenommen worden.
Mich hat diese Zeitungsmeldung entsetzt. Da opfern drei Männer ihren Freund für einen Schatz! Die haben von dem, was Freundschaft bedeutet, rein gar nichts verstanden. Denn Freundschaft ist doch der eigentliche Schatz, den kein Geld der Erde aufwiegen kann. Dadurch, dass sie die Freundschaft beziehungsweise den Freund geopfert haben, haben die drei nichts gewonnen (den Schatz jedenfalls nicht), sondern alles verloren: ihren Freund, ihre Freiheit, ihren Ruf.
Der alttestamentliche Weisheitslehrer Jesus Sirach war da klüger, als er über den Wert der Freundschaft nachgedacht hat. Er kommt zu der Erkenntnis: „Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt; wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden. Für einen treuen Freund gibt es keinen Preis, nichts wiegt seinen Wert auf.“ (Sir 6,14f)

Matthias Blaha




„Auf ein Wort“ vom 27.06.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Liebe – und dann tu, was du willst!

„Tu, was du willst!“ habe ich einmal an einer Hauswand gelesen. Ein Graffiti-Künstler hatte diese Aufforderung in großen, bunten Lettern hingesprüht. Mit Pinsel und weißer Farbe hat jemand anderer drei Wörter diesem Graffiti vorangestellt: „Liebe – und dann“.
„Liebe – und dann tu, was du willst“: Ob derjenige, der das Graffiti ergänzt hat, gewusst hat, woher dieser Satz stammt? Wie auch immer: „Liebe – und dann tu, was du willst“ ist ein Ausspruch des heiligen Augustinus, und der war einer der gescheitesten Köpfe des Christentums.
Liebe bedeutet in diesem Zusammenhang, darauf zu achten, dass es mir selber, den Menschen um mich herum, der Natur und der gesamten Umwelt gut geht. Wenn so verstandene Liebe mein Handeln prägt, kann ich tun, was ich will – es wird gut sein. Denn die Liebe als Grundlage meines Handelns sorgt dafür, dass das, was ich tue, meiner Umgebung und mir nützt.
Ein paar Beispiele:
Wenn ich mich in dieser Haltung der Liebe im Straßenverkehr bewege, werde ich defensiv und mit angepasster Geschwindigkeit fahren, um niemand anderen zu gefährden.
Wenn die Liebe mein Verhalten im Betrieb prägt, werde ich die Kollegin nicht mobben und es auch nicht zulassen, dass sie von anderen fertiggemacht wird.
Aus Liebe zur Umwelt werde ich Energiesparlampen einsetzen, nur das Nötigste mit dem Auto fahren oder von Erdöl auf Rapsöl umsteigen.
Liebe verschafft mir große Freiheiten – Freiheiten, Gutes zu tun. Denn: Liebe – und dann tu, was du willst!

Matthias Blaha




„Auf ein Wort“ vom 29.06.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Gott gibt mir nicht alles, was ich wünsche, aber er gibt mir alles, was ich brauche

„Gott, ich danke dir, dass du viele meiner Gebete nicht erhört hast“, ist in dem Buch für Gebetsanliegen zu lesen, das in der Wallfahrtskirche ausliegt. Ich stutze. Ja, da steht tatsächlich ein Dank für nicht erhörte Anliegen. Was das wohl für Bitten waren? Je länger ich über diesen Eintrag nachdenke, umso mehr Beispiele finde ich in meiner eigenen Geschichte; Beispiele für Bitten von mir, die nicht erhört wurden – was sich im Nachhinein als gut herausgestellt hat. Oder andersrum: Hätte Gott mir damals das eine oder andere Anliegen erfüllt, wäre es für mich schädlich gewesen.
Vielleicht ist es Ihnen schon ähnlich ergangen – ähnlich wie dem Realschüler, der eine Absage nach der anderen auf seine Bewerbungen bekommt, daraufhin weiter zur Schule geht und nach ein paar Jahren in einem Beruf arbeitet, der ihm viel besser entspricht.
Oder die junge Frau, deren Traumpartner kein Interesse an ihr zeigt, die aber zwei Jahre später ihren Mann fürs Leben findet – und mit dem sie nach zwanzig Jahren immer noch glücklich verheiratet ist.
Oder die Familie, die im Bergurlaub eine Woche lang schlechtes Wetter hat, sich viel in der Pension aufhalten muss und eben deswegen Freundschaft mit einer anderen Familie schließt, mit der sie sich immer noch regelmäßig trifft.
Gut, dass Gott nicht alle meine Gebete erhört hat! Diese Erfahrung lässt mich darauf vertrauen: Gott gibt mir nicht alles, was ich wünsche, aber er gibt mir alles, was ich brauche.

Matthias Blaha