Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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„Auf ein Wort“ vom 23.02.2014                als Podcast (ca. 1 MB)

Segen für den Weg

Die Dämmerung bricht an, zwei Stunden Fahrt liegen vor mir. Wie jedes Mal, bevor ich den Zündschlüssel umdrehe, fällt mein Blick auf eine kleine Kost­barkeit, die in der Mittelkonsole meines Autos angebracht ist: eine Christo­phorus-Plakette. Einige hunderttausend Kilometer hat sie mich schon beglei­tet, sogar einen schweren Unfall mit Totalschaden haben wir gemeinsam überlebt.

Der heilige Christophorus, abgebildet als großer Mann, der ein kleines Kind trägt, ist der Schutzpatron aller Reisenden. Dies geht auf eine Legende zurück: Dem Christophorus ist das Jesuskind erschienen und hat ihn gebe­ten, es sicher über einen reißenden Fluss zu tragen. Von dieser Begebenheit rührt auch der Name Christophorus, das heißt auf deutsch nämlich „Christus-Träger“.

Für mich ist die Christophorus-Plakette kein Talisman, der mich auf magische Weise vor allen Gefahren des Straßenverkehrs schützen würde; so etwas wäre Unsinn.
Vielmehr mahnt mich die Christophorus-Plakette, verantwortungsvoll und rücksichtsvoll zu fahren. Das, was in meiner Macht steht, um sicher ans Ziel zu kommen und niemanden anderen zu gefährden, soll ich tun. Und all das, was ich nicht in der Hand habe, darf ich dem Segen Gottes anvertrauen.

Die Christophorus-Plakette erinnert mich daran, Gott um diesen Segen zu bitten, wann immer ich ins Auto steige. Sie macht mir bewusst: Ich bin mit Gott unterwegs – die beste Voraussetzung, dass diese Fahrt eine gute Fahrt wird.





„Auf ein Wort“ vom 25.02.2014                als Podcast (ca. 1 MB)

Getragen

Sophia schaut zerknautscht aus. Kein Wunder, der Geburtskanal war eng. Doch jetzt ist Sophia da. Die Hebamme legt sie auf den Bauch der Mutter. Die hat Sophia neun Monate in ihrem Leib getragen und ihre Bewegungen gespürt. Sie hat mit ihrem Kind geredet und es durch die Bauchdecke gestreichelt. Erstmals berührt sie jetzt Sophias zarte Haut, erstmals schaut sie ihrer Tochter in die Augen. Sie ist überwältigt von Glück.

Auch dem Vater geht das Herz auf, als er Sophia in die Arme nimmt – behut­sam und ehrfürchtig wie einen kostbaren Schatz.

Nach ein paar Tagen ist die kleine Familie wieder zuhause. Omas und Opas kommen zu Besuch. Sophia genießt es sichtlich, von ihnen herumgetragen zu werden, und sobald ihr das zu viel wird, schließt Mama sie wieder in die Arme.

Getragen von lieben Menschen, wird in Sophia die Erfahrung grundgelegt: Ich bin geborgen, ich bin wichtig und wertvoll.

Als Erwachsene kann Sophia im biblischen Buch Jesaja lesen, was Gott ihr und allen Menschen versichert: „Ich habe euch getragen, seit ihr den Schoß eurer Mutter verlassen habt. So alt ihr auch werdet, ich will euch tragen; ich werde euch schleppen und retten.“ (Jes 46,1ff).

Dieses Versprechen gilt auch mir: Gott gibt mir Geborgenheit; in Gottes Augen bin ich wertvoll. Weil Gott mich liebt, trägt er mich.





„Auf ein Wort“ vom 27.02.2014                als Podcast (ca. 1 MB)

Parteiisch für die Schwachen

Was hat ein Reitpferd mit Milch, Butter und Eiern gemeinsam? – Den ermä­ßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Wenn ich eine Tüte Milch oder ein Packerl Butter kaufe, subventioniert dies der Staat in gleicher Weise, wie wenn ich mir ein Pferd zulege. Die Begründung des Gesetzgebers: Den Rabatt auf die üblichen 19 Prozent Mehrwertsteuer gibt es für alles, was zum Grundbedarf des Menschen gehört.

Wie bitte? Ein Reitpferd gehört zum Grundbedarf des Menschen? – Ja, sagt die Politik, denn zumindest theoretisch kann man ein Pferd auch essen.

Noch ein paar Kostproben aus Mehrwertsteuer-Absurdistan: Froschschenkel oder Riesengarnelen werden mit sieben Prozent besteuert, Mineralwasser mit 19 Prozent. Hundefutter kommt in den Genuss des ermäßigten Steuer­satzes, für Babynahrung wird die volle Mehrwertsteuer fällig. – Was ist hier wirklich „Grundbedarf des Menschen“?

Gegen dieses Unrecht bezieht die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, die KAB Stellung; sie fordert die Bundesregierung auf, den ermäßigten Steuer­satz auf alle wichtigen Familienprodukte anzuwenden wie Windeln, Kinder­sitze und Kinderwägen. Denn es liegt auf der Hand, dass solche Sachen zum Grundbedarf eines Kindes gehören.

Diese Lobbyarbeit zugunsten der Kinder und ihrer Familien steht der KAB und übrigens allen Christen gut zu Gesicht. Denn damit handeln sie im Sinne von Jesus, der ebenfalls Partei für die Schwachen ergriffen hat und der auf der Seite derer stand, die keine Lobby hatten.





 „Auf ein Wort“ vom 01.03.2014                als Podcast (ca. 1 MB)

Stärker als Pippi Langstrumpf

Alle paar Wochen besuche ich unsere pfarrlichen Kindergärten zu einem kur­zen Gottesdienst. Einmal habe ich den Kindern erklärt, was Auferstehung bedeutet: Jesus ist zwar gestorben, aber er hat wieder neu zu leben begon­nen. Denn Jesus war stärker als der Tod.

Diese Aussage hat die kleine Emma nachhaltig beschäftigt. Ihre Mutter hat mir ein paar Tage später von folgendem Gespräch am Mittagstisch berichtet.

Emma: „Mama, heute hat der Herr Pfarrer im Kindergarten gesagt: Jesus ist ganz stark, sogar stärker als der Tod. Ist dann Jesus noch stärker als Pippi Langstrumpf?“ – Mutter: „Ja, Emma, Jesus ist stärker als Pippi Langstrumpf.“ – Emma: „Boah.“

Diese Erkenntnis von Emma gefällt mir. Emma denkt dabei vielleicht an die Szene, in der Pippi Langstrumpf ihr Pferd namens „Kleiner Onkel“ hochhebt. Pippi Langstrumpf hat richtig Kraft! Und Jesus – noch stärker? Ich würde es der Emma so erklären: Würde der „Kleine Onkel“ tot umfallen, könnte auch Pippi Langstrumpf nichts mehr ausrichten; Jesus hingegen schon: Wenn er möchte, könnte er das Pferd wieder heilen.

Gegen den Tod kann kein Mensch etwas ausrichten, Jesus schon. Ein Mensch, der stirbt, begegnet Jesus. Weil Jesus stärker ist als der Tod, macht er den Toten wieder lebendig. Auch für mich wird das einmal wahr werden: Ewiges Leben im Himmel. Boah!





„Auf ein Wort“ vom 05.03.2014                 als Podcast (ca. 1 MB)

Alles für die Armen

Während meines Urlaubs besuche ich eine Dorfkirche irgendwo im Hochland von Peru.

Gleich beginnt der Gottesdienst. Viele Frauen und Männer gehen zu einem Opferkasten, der seitlich an der Wand steht, und werfen ein paar Münzen hinein. Ich schaue mir das Behältnis genauer an und zähle acht Geldeinwurf-Schlitze, jeder mit dem Namen eines anderen Heiligen versehen. Man kann also dem heiligen Martin ein paar Pesos zukommen lassen oder der heiligen Rita oder, wenn man mag, dem Erzengel Raphael.

Nach der Messe bleibe ich noch ein bisschen in der Kirche sitzen. Der Mes­ner löscht die Kerzen, dann leert er den Opferkasten. Eine einzige große Schale kommt zum Vorschein; alle Münzen, ganz egal, bei welchem Heiligen sie eingeworfen wurden, liegen darin. Der Mesner sieht meinen verdutzten Blick, lächelt und sagt: „Es todo para los pobres.“ – Das ist alles für die Armen.

Von dieser Begebenheit, die ein paar Jahre zurückliegt, lasse ich mich jetzt durch die Fastenzeit begleiten, die heute begonnen hat. Ich habe mir vorge­nommen, besonders auf diejenigen zu achten, die arm sind – arm an Besitz, an Hoffnung, an menschlicher Zuwendung. Ob ich der Caritas eine Spende zukommen lasse oder ein offenes Ohr habe für die Sorgen der alleinerzie­henden Mutter oder den einsamen Mann im Seniorenheim besuche: Das ist alles für die Armen.