Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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„Auf ein Wort“ vom 17.02.2013                als Podcast (ca. 1 MB)

Das schönste Geschenk

„Das schönste Geschenk“ lautet der Titel eines anrührenden Bilderbuches, das keineswegs nur für Kinder gedacht ist. Das Buch erzählt von Mooch, einem Kater, der seinem besten Freund, dem Hund Earl, ein Geschenk machen will. Beim Nachdenken, was er denn schenken könnte, kommt Mooch zu dem Ergebnis, dass Earl schon alles hat, was ein Hund so braucht: Fressnapf, Bett, Knochen,… Wenn Earl also alles hat, dann sollte ich ihm nichts schenken!, beschließt Mooch und macht sich auf die Suche, wo es dieses Nichts zu kaufen gibt.

Nach einem erfolglosen Streifzug durch die Geschäfte setzt sich Mooch etwas frustriert daheim hin, und als er tut, was Katzen häufig tun, da findet er es: nichts! Ganz glücklich packt er nichts in einen großen Karton und geht damit zu Earl. Der ist erstaunt, als er das Geschenk auspackt: „Da ist nichts“, sagt Earl. Und Mooch antwortet: „Genau: nichts… nur du und ich.“ Jetzt erkennt Earl, wie wertvoll dieses Nichts ist, denn Mooch schenkt damit nicht etwas, sondern jemanden, nämlich sich selbst. Ganz gerührt umarmt Earl seinen besten Freund. Hier endet die Geschichte mit der Beobachtung: „Und so saßen Mooch und Earl ganz still da und genossen nichts – und alles.“





„Auf ein Wort“ vom 19.02.2013                als Podcast (ca. 1 MB)

Berührungen

Der vierjährige Martin hat schlecht geträumt. Verstört wacht er auf, und weinend geht er ins Schlafzimmer seiner Mutter. Die Mutter setzt ihn auf ihren Schoß, flüstert ihm beruhigend zu, hält ihn fest und streicht über Martins Rücken, bis er wieder einschläft.

Veronika, 17, hat Liebeskummer. Sie schreibt ihrer besten Freundin eine SMS. Die fährt gleich zu ihr und nimmt sie lang in den Arm. Endlich kann Veronika weinen.

Hildegard hat ihren Arbeitsplatz als Sekretärin gekündigt. Täglich wurde sie von ihrem Chef angebrüllt und schikaniert, weil sie mit ihren 53 Jahren angeblich nicht mehr schnell genug für den Job sei. Als sie nach ihrem letzten Arbeitstag fix und fertig heimkommt, streichelt ihr Mann ihr Gesicht und küsst ihre Tränen weg. Er sagt: „Für mich bist du die Beste.“

Drei Geschichten, drei Menschen, drei Krisen – und drei Berührungen.

Der Körperkontakt mit lieben Menschen tut denen gut, die die Schattenseite des Lebens erfahren. Die Berührungen trösten, geben Kraft, lassen zur Ruhe kommen, bauen auf. Berührungen lieber Menschen wirken heilsam auf die, deren Leben gerade heil-los ist. So wendet sich das Blatt: Auch wenn nicht gleich alles in Butter ist, so bekommen die vom Leben Geplagten neuen Mut – weil ein lieber Mensch sie berührt hat.





„Auf ein Wort“ vom 21.02.2013                als Podcast (ca. 1 MB)

Mutter-Sprache

Der Stauferkaiser Friedrich II. wollte die Ursprache der Menschheit erforschen. Dazu ließ er einige Neugeborene ihren Eltern wegnehmen und von Ammen aufziehen. Diese waren angewiesen, die Säuglinge weder anzusprechen noch zu liebkosen; nur die Versorgung mit Nahrung und Kleidung sollte sichergestellt sein. Wenn die Kinder keine Ansprache und keine Zuwendung bekämen, so die Theorie des Kaisers, würden sie früher oder später in der Ursprache der Menschheit zu reden beginnen. Das Experiment scheiterte: Die Säuglinge starben nach kurzer Zeit.

Über dieses Experiment kann ich nur empört den Kopf schütteln, denn es ist grausam. Kein Kind kann ohne Zuwendung und ohne Ansprache leben.

Überhaupt ist es sinnlos, auf diese Weise nach einer menschlichen Ursprache zu suchen. Denn die Muttersprache eines Menschen ist ja zunächst nicht Deutsch oder Englisch; die Muttersprache des Menschen ist die Liebe. Und diese Sprache der Liebe ist zu allen Zeiten und in jeder Kultur die gleiche. Was die einzelnen Wörter bedeuten, lernt das Kind erst später, aber vom ersten Augenblick an spürt das Kind die Liebe, die hinter den Worten und Gesten steht.

Die Liebe ist die menschliche Ursprache, die Liebe ist die eigentliche Muttersprache aller Menschen. Wo die Sprache der Liebe gesprochen wird, leben Menschen auf.





 „Auf ein Wort“ vom 23.02.2013                als Podcast (ca. 1 MB)

Gott - Vater und Mutter

Mit den Erstkommunionkindern habe ich im Religionsunterricht das Vater unser durchgenommen. Zu Beginn haben wir ein Brainstorming gemacht zu den Begriffen „Vater“ und „Mutter“. Nach einer halben Stunde war die Tafel vollgeschrieben – „kocht für mich“ war da zu lesen oder „ist meistens lieb zu mir“ und auch „tröstet mich“.

Die Kinder haben herausgefunden: Das meiste von dem, was wir zu „Vater“ und „Mutter“ hingeschrieben haben, ist etwas Gutes – und es ist sowohl für Papa als auch Mama ziemlich ähnlich.

Ich habe mich über dieses Ergebnis gefreut. Denn davon ausgehend konnte ich den Kindern vermitteln: So wie eure Eltern euch lieben – und sogar noch mehr – hat Gott euch lieb. Deswegen braucht ihr keine Angst vor ihm zu haben. Ihr dürft sicher sein: Er ist immer für euch da. Und ihr dürft ihn mit „Vater“ anreden.

Diesen vertrauensvollen Blick auf Gott hat Jesus gelehrt. Das Vater unser stammt von ihm; Jesus empfiehlt damit: Vertraut Gott, wie Kinder ihren Eltern vertrauen. Sagt einfach Papa zu ihm!

Vater – auch dieses Bild von Gott ist unzureichend. Deshalb tritt Gott in der Bibel auch als Mutter auf; Gott sagt: Eine Mutter kann ihr eigenes Kind niemals vergessen. Und selbst wenn sie das fertigbrächte: Ich vergesse dich nicht, denn du bist mein Kind. (Vgl. Jes 49,14f)





„Auf ein Wort“ vom 25.02.2013                 als Podcast (ca. 1 MB)

Denken und danken

Der bayerische Ministerpräsident hat sich an einer Dorfschule zu Besuch angekündigt. Lehrer und Schüler fiebern dem großen Tag entgegen. Als der Ministerpräsident eintrifft, wird er mit großem Tamtam begrüßt; anschließend schaut er sich eine Unterrichtsstunde an.

Zum Schluss der Stunde fragt der Ministerpräsident: „Liebe Kinder, schaut euch mal hier im Klassenzimmer um – die Tafel, der Tageslichtprojektor: Wer, glaubt ihr, hat euch das alles gegeben?“ Die Kinder antworten im Chor: „Unser Ministerpräsident! Wir danken ihm!“ Der Ministerpräsident fragt weiter: „Da draußen vor dem Schulhaus – der Sportplatz, die Turnhalle: Wer hat euch das alles gegeben?“ Die Antwort der ganzen Klasse wie aus einem Mund: „Unser Ministerpräsident! Wir danken ihm!“ „Und wenn ihr mal in die Ferne schaut – die Wiesen, die Wälder, die Hügel: Wer hat euch das alles gegeben?“ Totenstille in der Klasse. Nach einer Weile hebt Fritzi den Finger: „Der liebe Gott! Ich danke ihm!“ Sofort greift der Lehrer ein: „Sie müssen entschuldigen, Herr Ministerpräsident, aber dem Fritzi sein Vater ist bei der SPD!“

In dieser Anekdote steckt eine tiefe Wahrheit: Das Allermeiste, vor allem das Allerwichtigste, das wir haben, haben wir nicht durch eigene Leistung erworben, sondern geschenkt bekommen. Von wem, das hat Fritzi richtig erkannt: Von Gott. Und Fritzi empfiehlt uns: Macht’s wie ich – dankt Gott dafür!