Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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„Auf ein Wort“ vom 21.02.2007 - Aschermittwoch als Podcast (ca 1 MB)

Dankbar sein – glücklich sein

Zum ersten Mal in seinem Leben unternimmt der siebzigjährige Herr Müller eine größere Reise: Mit einer Gruppe aus meiner Pfarrei verbringt er eine Woche in der Toskana. Vieles ist Neuland für ihn: Die Landschaften, die Städte, die Kirchen, das Essen, die Lebensart.
Herr Müller saugt alle Eindrücke förmlich in sich auf – und lässt die Mitreisenden an seiner Begeisterung teilhaben: „Schau nur diese Kirche an! Großartig, was die Menschen damals fertiggebracht haben!“ – „Diese Nudeln mit Lachssoße – einfach traumhaft!“ – „Ich hab mir in einer Bar einen Cappuccino gekauft. Ich sag euch: gut war der!“
Am Ende der Reise sagt Herr Müller zu mir: „Ich bin ja so dankbar, dass ich bei der Fahrt dabei war und in dieser Woche so viel Schönes erlebt habe!“
Herr Müller ist ein durch und durch zufriedener Mensch – mehr noch: er ist glücklich. Denn Herr Müller hat die Gabe, für die alltäglichen Kleinigkeiten dankbar zu sein, ob im Urlaub in Italien oder daheim in seinem Dorf.
Ich werde versuchen, während der heute beginnenden Fastenzeit mir diese Einstellung von Herrn Müller anzueignen. Vielleicht gelingt es ja auch mir, die kleinen Freuden wahrzunehmen, die jeder neue Tag für mich bereit hält, sie zu genießen und dafür dankbar zu sein. Durch den Siebzigjährigen habe ich angefangen zu begreifen: Niemand kann dankbar und unglücklich zugleich sein. Dankbare Menschen sind glückliche Menschen.

Matthias Blaha




„Auf ein Wort“ vom 23.02.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Heils-Zeichen

Die alte Frau liegt mit fahler Gesichtsfarbe in ihrem Bett, reagiert kaum mehr auf die Stimme ihrer Tochter. Niemand weiß, ob sie den Tag überlebt. Deshalb bittet mich ihre Tochter, zur Mutter zu kommen, für sie zu beten und ihr die Krankensalbung zu spenden.
So stehen wir um das Krankenbett der alten Frau. Wir sprechen einige Gebete, die der alten Frau vertraut sind, und ich erkläre den Sinn der Krankensalbung: Diese Salbung mit geweihtem Öl soll einem kranken Menschen die Nähe Gottes spürbar machen und ihm Kraft geben für seinen Weg – wohin der auch führt.
Nach der Krankensalbung geschieht etwas Erstaunliches: Das Gesicht der alten Frau bekommt eine gesunde Farbe, die Frau schlägt die Augen auf und lächelt uns an.
Das ist einige Jahre her.
Vor kurzem bin ich wieder zu dieser alten Frau gerufen worden; wieder geht es ihr sehr schlecht. Und wieder spende ich ihr die Krankensalbung. Dieses Mal wird die alte Frau, die vorher hektisch geatmet hat, ganz ruhig, nimmt einen zufriedenen Gesichtsausdruck an – und wenige Minuten später stirbt sie friedlich.
Beide Male war die Krankensalbung für die alte Frau ein Heils-Zeichen, das sie Gottes Nähe spüren hat lassen: Beim ersten Mal hat sie Kraft bekommen für ihren weiteren Weg auf dieser Erde, und beim zweiten Mal für ihren Weg ins ewige Leben.

Matthias Blaha




„Auf ein Wort“ vom 25.02.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Vergelt’s Gott!

„Vergelt’s Gott!“ sagt die junge Frau, die einen Abend lang ihre Eheprobleme mit mir besprochen hat, als wir uns verabschieden. „Vergelt’s Gott!“ – diese alte bayerische Dankesformel meint: Ich kann dir das, was du für mich getan hast, nicht bezahlen, ich kann dich dafür nicht entlohnen. Aber Gott möge es dir vergelten – nicht mit Geld, aber mit Glück, mit Freude am Leben, mit Gesundheit. Das hat mir die junge Frau also beim Abschied gewünscht, als sie „Vergelt’s Gott!“ gesagt hat: Gott belohne dich für das, was du gerade für mich getan hast.
Auf das „Vergelt’s Gott!“ habe ich geantwortet: „Segn’s Gott!“ Segne es Gott – damit habe ich der jungen Frau gesagt: Ich habe dir einen Rat gegeben, der gut von mir gemeint war. Damit er dir auch gut tut, braucht es den Segen Gottes. Gott soll das, was ich für dich getan habe, segnen, damit es auch gut für dich ist.
„Vergelt’s Gott!“: Habe ich etwas Gutes erhalten, muss ich nicht krampfhaft überlegen, wie ich dies vergelten kann. Ich darf einfach dankbar dafür sein und überlasse Gott selber das Belohnen.
„Segn’s Gott“: Habe ich etwas getan, das gut von mir gemeint war, bitte ich Gott darum, dass er das Gutgemeinte segnet.
„Vergelt’s Gott!“ – „Segn’s Gott!“: Die schönste und sinnvollste Art, die ich kenne, um „Danke“ und „Bitte“ zu sagen.

Matthias Blaha




„Auf ein Wort“ vom 27.02.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Die Macht des Gebets

Während meines Studiums habe ich bei allen meinen Prüfungen eine starke Unterstützung gehabt: Meine Oma. Die hat mir immer versprochen: „Wenn du Prüfung hast, bete ich für dich.“
Das zu wissen, war für mich keine billige Ausrede, nichts mehr zu lernen in der Hoffnung, das Gebet meiner Oma würde mir automatisch eine gute Note verschaffen. Im Gegenteil: Ich habe mich bestmöglich vorbereitet. Dann bin ich wesentlich ruhiger in die Prüfung gegangen – weil ich gewusst habe: Jetzt denkt meine Oma an mich! Jetzt betet sie für mich! Gerade deswegen, so bin ich überzeugt, ist so manche meiner Prüfungen besser gelaufen als gedacht, denn das Gebet meiner Oma hat mir Gelassenheit und Rückhalt gegeben und mir dadurch gut getan.
Wer weiß, wie vielen anderen Menschen das Gebet meiner Oma ebenfalls gut getan hat. Denn sie hat jeden Tag gebetet: für uns Enkel und für unsere Freunde, für die anderen Verwandten, für ihre Bekannten – und auch für Menschen, die sie gar nicht gekannt hat. Da hat meine Oma dann gesagt: „Wer weiß, vielleicht braucht grad jemand ein Vaterunser von mir...“
Meine Oma hat auf die Macht des Gebets vertraut und deswegen gebetet für bekannte und unbekannte Menschen. Ich jedenfalls habe die Macht ihres Gebets gespürt und dadurch gelernt, selber für andere zu beten. Denn wer weiß: Vielleicht braucht jemand ein Vaterunser grad von mir...

Matthias Blaha




„Auf ein Wort“ vom 01.03.2007 als Podcast (ca 1 MB)

Sei du selbst die Veränderung...

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt so ist, wie sie ist. Es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“
Diese Feststellung trifft die Band „Die Ärzte“ in ihrem Lied „Deine Schuld“.
„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt so ist, wie sie ist“: Ich kann nichts dafür, dass der Irak nicht zur Ruhe kommt; ich kann nichts dafür, dass in vielen Ländern der Erde die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer; ich kann nichts dafür, dass Menschen in meiner Gemeinde einsam sind.
„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt so ist, wie sie ist. Es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt“: An mir liegt es, mit meiner Kraft, mit meinen Fähigkeiten – und auch mit meinen Grenzen – die Welt zum Positiven zu verändern. Ich kann sehr wohl für mehr Frieden und weniger Streit sorgen, indem ich Nachbarn und Kollegen respektvoll begegne. Ich kann sehr wohl die Armut verringern, indem ich seriöse Hilfsorganisationen unterstütze. Ich kann sehr wohl die Einsamkeit des alten Mannes lindern, indem ich ihn besuche, Zeit für ihn habe und ihm zuhöre.
Das kann ich tun – und ich soll es auch tun. Meine Verantwortung ist es, meine Welt besser zu machen, damit sie eben nicht so bleibt, wie ich sie vorfinde. – Mahatma Gandhi sagt: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!“

Matthias Blaha