Palme

Die Frohe Botschaft für Leute von heute



Predigten, Gottesdienst-Entwürfe, Bibel-Projekte und Segensworte
von Pfarrer Matthias Blaha



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„Auf ein Wort“ vom 25.01.2009                als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

Starke Schultern

Du hast eine schwere Lebens-Last zu schleppen: ein lieber Mensch wird krank; dein Arbeitsplatz ist weggespart worden; mit deinem Partner klappt’s nicht mehr. In deiner Not betest du zu Gott, doch du musst erkennen: Die Last bleibt. Was bringt dann das Beten überhaupt – gerade in Notlagen?
Der österreichische Dichter Franz Grillparzer hat vor 150 Jahren eine interessante Antwort gefunden; er schreibt: „Gott nimmt nicht die Lasten, aber er stärkt die Schultern.“
Gott nimmt nicht die Lasten – Gott zaubert nicht einfach alle Belastungen von dem weg, der nur intensiv genug zu ihm betet. Unbelastetes, sorgenfreies Leben ist kein Privileg der Beter; manchmal scheint sogar eher das Gegenteil wahr zu sein – zum Beispiel, wenn jemand verzweifelt feststellt: „Jetzt hab ich immer gebetet, und doch ist mein Mann an Krebs gestorben“. Gott nimmt nicht die Lasten.
Aber Gott stärkt die Schultern – Gott sorgt dafür, dass der Mensch, der betet, an den Belastungen seines Lebens nicht zerbricht; Gott gibt ihm Kraft, sich seiner Lebens-Last zu stellen, sie zu schultern und mit ihr weiterzugehen – bis er sie irgendwann ablegen kann.
Gott ist kein Zauberer, der Schwierigkeiten des Lebens wegzaubert.
Gott ist eine Stütze, die in Schwierigkeiten des Lebens Kraft gibt.
Das ist es, was Beter von ihrem Beten haben: Gott nimmt nicht ihre Lasten, aber er stärkt ihre Schultern.





„Auf ein Wort“ vom 27.01.2009                als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

Die Weisheiten der Alten

Wie geht’s, alter Mann?
So wurde ich, gerade mal Mitte zwanzig, auf der Straße gegrüßt – und ich war stolz darauf. Damals habe ich in Kenia gearbeitet. Und dort ist die Anrede „alter Mann“ oder „alte Frau“ ein Zeichen von hohem Respekt. Je älter jemand ist, desto höher wird er geachtet wegen seiner Lebenserfahrung und Lebensweisheit.
Ganz ähnlich war die Einstellung alten Menschen gegenüber in der Welt der Bibel. So ist darin die Mahnung zu lesen: Lerne aus den Jahren der Geschichte! Frag deinen Vater..., frag die Alten... (Dtn 32,7)
Hör denen zu, die schon länger als du auf der Erde sind. Hab Hochachtung vor den Alten – und du wirst Weisheit gewinnen, schlägt die Bibel ihren Lesern vor. Damit ist nicht gemeint, kritiklos alles von den früheren Generationen zu übernehmen; der heilige Paulus hat dazu gesagt: Prüft alles und behaltet das Gute! (1 Thess 5,21)
Mit dieser Methode habe ich im biblischen Buch Jesus Sirach ein paar interessante Weisungen gefunden – uralt, aber voller Weisheit:
- Sei schnell bereit zum Hören, aber bedächtig bei der Antwort.
- Viele seien es, die dich grüßen, dein Vertrauter aber sei nur einer aus tausend.
- Sei nicht gierig, sonst verabscheut man dich.
- Bei all deinem Tun sei bescheiden, so wird dich kein Schaden treffen.





„Auf ein Wort“ vom 29.01.2009                als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

In Gottes Namen

„In Gottes Namen“, so hat mein Opa immer gesagt, bevor er etwas Neues angefangen hat. Meinen Opa habe ich nicht gekannt; er ist schon früh gestorben. Aber meine Oma hat mir viel von ihm erzählt. Er war Schneider von Beruf. Wenn er einen neuen Anzug für einen Kunden angefangen hat, hat er dies in Gottes Namen getan. Jeden neuen Tag hat er in Gottes Namen begrüßt. In Gottes Namen hat er seine schwere Krankheit ertragen. In Gottes Namen – mit diesen Worten auf den Lippen ist er auch gestorben.
Meine Oma und andere, die meinen Opa gekannt haben, haben erzählt: er war trotz so mancher Widrigkeiten des Lebens ein freundlicher, gut gelaunter und angenehmer Mensch, den viele gemocht haben. Auch wenn die Erinnerung bekanntlich so einiges verklärt: Meine Oma hat das ausgeglichene Wesen ihres Mannes darauf zurückgeführt, dass er alles in Gottes Namen angefangen hat – sei es ein neues Kleidungsstück, einen neuen Tag oder den Übergang ins neue Leben.
Wer in Gottes Namen etwas beginnt, macht sich bewusst: Ich habe nicht alles im Griff. Deswegen lege ich das, was kommt, in Gottes Hand, weil ich darauf vertraue: Gott begleitet all das, was ich anfange, und er sorgt dafür, dass es gut wird für mich und andere.
Ich werde den morgigen Tag ganz bewusst in Gottes Namen beginnen – weil ich weiß: Dann wird’s ein guter Tag!





 „Auf ein Wort“ vom 31.01.2009                als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

Der Familien-Rohbau

Bei mir im Stadtviertel wird fleißig gebaut. Die Rohbauten sind schon fertig und warten darauf, verputzt und eingerichtet zu werden. Ob Ein- oder Mehrfamilien- oder Reihenhaus – der Rohbau funktioniert immer nach dem selben Prinzip: Fundament – Wände – Dach. Ist alles gut geplant und ausgeführt, wird das Haus stabil und macht viel Freude.
Was für das Gebäude gilt, trifft auch für dessen Bewohner zu: Der Rohbau jeder Familie ist im Prinzip gleich.
Das Fundament, das der Familie einen festen Stand gibt, heißt „Verzeihen“. Je näher Menschen beieinander wohnen, desto stärker fallen ihnen aneinander die Fehler auf. Deshalb braucht es immer wieder ein „Entschuldige bitte“ oder ein „Lass gut sein“.
Die vier Wände, die die Familie vor Kälte und Sturm schützen, heißen Güte, Demut, Milde und Geduld: Güte – einander Gutes sagen; Demut – Mut, einander zu dienen; Milde – den Zorn zügeln; Geduld – Nachsicht mit den eigenen Marotten und denen der anderen.
Und das Dach, das Unwetter fern hält, heißt Friede. Darunter findet die Familie Geborgenheit.
Verzeihen – Güte, Demut, Milde Geduld – Friede: Eine Familie mit so einem „Rohbau“ bleibt stabil und macht denen, die zu ihr gehören, jede Menge Freude.
 



„Auf ein Wort“ vom 02.02.2009 – Darstellung des Herrn / Lichtmess            als Podcast (ca. 1 MB)
Matthias Blaha

Die Botschaft des Kindes – Jesu Botschaft

„Jedes Kind bringt die Botschaft mit sich, dass Gott die Menschheit noch nicht aufgegeben hat.“ Dieser Satz stammt von dem indischen Dichter und Philosophen Rabindranath Tagore.
Ein kleines Kind kann nichts Böses tun, ein kleines Kind ist wehrlos, ein kleines Kind ist total abhängig von der Fürsorge der Erwachsenen, ein kleines Kind ruft in jedem Menschen, der Gefühle hat, liebevolle Gefühle hervor. So kommt mit jedem Kind eine Botschaft des Friedens und der Liebe auf die Welt.
Deswegen beschließt Gott auch bei seinem eigenen Kommen in die Welt, auf die Botschaft des Kindes zu setzen – und wird selbst ein Kind. Vierzig Tage sind heute seit Weihnachten vergangen. Heute feiert die Kirche, dass Maria und Josef ihren kleinen Jesus in den Jerusalemer Tempel bringen, um Gott für die glückliche Geburt zu danken. Dort im Tempel erkennen zwei alte Leute, Simeon und Hannah: Dieser Jesus wird die Menschheit aus dem Teufelskreis der Gewalt und des Hasses herauslösen!
Das macht Jesus als Baby zunächst unbewusst wie jedes andere Kind: Er sorgt dafür, dass die Erwachsenen ihn anstrahlen und in die Arme nehmen.
Später, als Erwachsener, setzt Jesus bewusst auf die Botschaft des Kindes, indem er die Kinder den Erwachsenen als Vorbilder vor Augen stellt. Jesu Wort gilt auch heute: Seid so wehrlos wie kleine Kinder, so gewaltlos, so arglos – und das Himmelreich bricht an, mitten unter euch!