Winterwanderung mit der Bibel

11.01.2004

Feldkreuze u.ä. in der Nassenfelser Flur

 

Material: Bibeln, idealerweise für jede/n; notfalls reicht auch eine. Lektor/in für jeweilige Lesung wünschenswert!

 

Tourbeschreibung:
Weggang Kirche Nassenfels
ð der Schutter entlang zum Fischerkreuz
ð den Radweg Richtung Speckmühle (Josefs-Stele)
ð vor dem Sägewerk nach Norden, Richtung Hauptstraße Nas-Zell; Hauptstr. überqueren, weiter Richtung Holzlege
ð rechts rein, steil aufwärts Richtung Feldkreuz
ð am Waldrand weiter, an Grenzstein vorbei, bis zum Lärchen­baum (Marien-Statue)
ð weiter zum Wasser-Reservoir
ð wieder Richtung Nassenfels zum Gedenkstein (Marienbild) mit Blick auf Kreuz jenseits der Straße Nas-EI
ð über die Straße drüber, ein bisschen nach Norden zum Feld­kreuz bei den Heuballen
ð Abschluss bei der Nikolauskapelle


Station 1: vor der Nassenfelser Kirche
Begrüßung
Hinweis auf Inschrift am Feldkreuz oberhalb der Speckmühle: „Willst du sehen Gottes Spur, lies im Buche der Natur. Willst du Gottes Liebe sehn, bleib an diesem Kreuze stehn.“ Genau das will unsere heutige Wanderung: Gottes Spuren in der Natur entdecken (deswegen gehen wir raus) und an den Feldkreuzen Halt machen, Bibelstellen hören, die von Gottes Liebe erzählen.

 

 

 

 

Station 2: Fischerkreuz
Lobgesang des Franziskus auf die Schöpfung und auf den Schöp­fer – Gott hat alles gut gemacht.
Lesung: Gen 1,26-2,3

 

Der Mensch ist Schlusspunkt, Höhepunkt der Schöpfung. Gottes abschließendes Wunderwerk mit herausragenden Fähigkeiten: Denken, Vernunft, Freiheit. Der Mensch hat den Auftrag, Gottes Schöpfung zu pflegen.
„Uns gehört nicht die Erde; wir haben sie von unseren Kindern nur geborgt.“
ð Was tun wir, damit auch die Menschen der nächsten und über­nächsten Generation eine gute Schöpfung vorfinden und ähnlich wie Franziskus davon begeistert sein können?



Station 3: Speckmühle
Josef, der Träumer: Alles Wichtige bekommt er im Traum gesagt – und er glaubt, dass das von Gott kommt. Dass Maria vom Heiligen Geist schwanger ist – unglaublich! Josef glaubt seinem Traum. Weil er folgendem Traum glaubt, rettet er seiner Familie das Leben...
Lesung: Mt 2,13-15.19-21
Josef – kein Wort von ihm ist uns in der Bibel überliefert. Josef – kein großer Redner, aber ein Hörender. Ein Hörender auf Gottes Wort – selbst im Schlaf.

 

 

 

 

Station 4: Holzlege
Der Stoff, aus dem die Kreuze sind: Nicht die schönen aus dem Grödnertal, die das Wohnzimmer schmücken. Sondern die bruta­len, die hässlichen, die entsetzlichen Kreuze, die man sich nicht im Laden aussucht, sondern auferlegt bekommt – warum auch immer. Diese Kreuze sind groß und klein, rau, unregelmäßig – wie das Leben. Die Kreuze des menschlichen Alltags.
Und Jesus sagt:
Lesung: Lk 14,27
An Jesus glauben, bewahrt nicht vor den großen und kleinen Kreu­zen, die wir – stets unfreiwillig – tragen müssen. Aber er trägt sie mit uns. Auf jedem persönlichen Kreuz-Weg ist Jesus unser Begleiter.



Station 5: Feldkreuz am Hang
Joh 3,16-17
Um den Menschen zu sagen, dass Gott sie liebt, geht Gott zu den Menschen. Er verkündet eine revolutionäre Botschaft: Gott tut nichts als lieben! Er nimmt in Kauf, dass er dafür von denen ange­feindet wird, die den Glauben missbrauchen, um andere zu unter­drücken. Ja, er nimmt sogar in Kauf, dass die ihn deswegen umbringen. Er kann einfach nicht davon abrücken: Gott ist die Liebe! Gott liebt die Welt und jeden einzelnen Menschen. Ob’s den religiösen Machthabern passt oder nicht.


 

 

Station 6: Grenzstein
Ein Grenzstein.
Hier ist die Grenze. Ende. Aus ist’s.
30 steht drauf. Ungefähr mit 30 ist auch Jesus am Ende. Er ist an seine Grenze gestoßen.
Lesung: Joh 6,60-67
Was Jesus sagt, ist unbequem. Du musst dein Leben ändern, willst du zu ihm gehören. Viele wollen das nicht und wenden sich von Jesus ab. Die Erfolge der Wunder, die Menschenmassen, die ihm nachlaufen – Vergangenheit. Jesus hat nur noch die Zwölf. Ob wenigstens sie bei ihm bleiben?



Station 7: Marienstatue am Lärchenbaum
Die Zwölf sind bei Jesus geblieben – auch später, als es ihnen dafür an den Kragen gegangen ist. Auch Maria ist bei Jesus geblieben – bis zuletzt. Obwohl sie ihren Sohn oft nicht verstanden und ihn sogar einmal für verrückt erklärt hat:
Lesung: Mk 3,20-21
Für Maria war es nicht leicht, mit Jesus zu leben. Manchmal sogar verdammt schwer. Am schwersten wohl in folgendem Augenblick:
Lesung: Joh 19,25
Trotzdem hat sie zu Jesus gehalten. Dafür ist sie jetzt heilig...


 

 

Station 8: Wasser-Reservoir
Jesus trifft eine Frau an einem Brunnen. Sie hat Durst – nach mehr als nur Wasser. Jesus stillt ihren Durst:
Lesung: Joh 4,13-14
Durst nach Sinn, Durst nach Anerkennung, Durst nach Liebe – Jesus stillt den Durst nach Leben.
Wenn auch du nach mehr Durst hast als bloß nach Wasser: red mit Jesus. Du wirst zu einer sprudelnden Quelle. Probier’s aus!



Station 9: Gedenkstein mit Blick auf Votiv-Kreuz
Inschrift: „Auf dieser Höhe verunglückte im August 1961 unser Sohn und Bruder Ludwig Reindl im Alter von 18 Jahren.“
Ein Stein, der auf ein schreckliches Ereignis hinweist – wie die vielen Kreuze und Gedenktafeln an den Straßen.
Wo ist hier der Sinn? Warum?
Niemand gibt Antwort. Auch Gott schweigt. Lichtblick ist nur das Wissen: Jesus hat genau diese Sinn-Losigkeit erlebt. Jesus hat genau dieses Schreckliche durchlitten.
Lesung: Mk 15,33-38 mit Überschrift
Wenn dein Herz zerrissen wird vor Schmerz, wenn du „Warum?“ schreist und keine Antwort kriegst – gerade dann versteht Jesus dich. Er lässt dich nicht hängen – du wirst auferstehen aus deiner Verzweiflung.
So wie vielleicht das Ehepaar Alois und Maria Reilser, die das Kreuz gegenüber gestiftet haben – auch das ist ein Grund, ein Kreuz aufzustellen: Dank für etwas Gutes, das einem widerfahren ist. Dank für eine Auferstehung – mitten im Leben.



Station 10: Feldkreuz bei den Heuballen
Mt 6,27-32
Die Feldkreuze zeigen: Egal wo du hingehst – Gott geht mit. Egal wo du hinkommst – Gott ist schon da! Gott weiß, wie’s dir geht. Gott weiß, was du brauchst. Und er gibt es dir. Denn Gott hat dich geschaffen, er hat dich gut gemacht, und er will, dass es dir gut geht. Also: Sorge dich nicht! Gott sorgt für dich. Egal welche Kreuze auch kommen im Leben – dein Los ist die Auferstehung. Hoffentlich schon in diesem Leben, sicher nach dem Tod. Gott selbst sorgt dafür. Also: Sorge dich nicht!


 

 

 

Station 11: Nikolauskapelle
Verabschiedung, Segen